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NHL New York dominiert die Teams, Boston die Spieler


Vergangene Woche schauten wir auf die gescheiterte Spielplan-Revolution, diese Woche geht es um die sportliche Situation in der NHL und den Aufstieg der New York Rangers.

Nachdem wir uns in der vergangenen Woche dem Thema der gescheiterten Spielplan-Revolution und dem bisherigen Abschneiden unserer Redaktionstipps gewidmet haben, geht es diese Woche wieder um das sportliche Geschehen in der NHL und wir schauen uns an, wo die Gründe für den Erfolg der New York Rangers liegen.

Nach etwa der Hälfte der Saison thronen etwas überraschend die Rangers in der NHL ganz oben. Angeführt vom überragenden Goalie Henrik Lundqvist wachsen die Hoffnungen, den ersten Stanley Cup seit 1994 zu erringen und auch die NHL dürfte sich nicht dagegen verwehren, sind doch Endspiele mit Teams aus den großen Städten Garant für hohe Einschaltquoten im TV, allen voran Finals mit den großen Teams aus New York.

Rangers-Besitzer glaubt an den Cup

Nach der hervorragenden ersten Saisonhälfte ließ sich sogar Besitzer James Dolan dazu hinreißen, etwas zur Situation zu sagen - zum ersten Mal seit der Saison 2005/06. "Ich bin sehr stolz auf die Organisation", sagte Dolan laut espn.com. "Ich bin vor allem stolz auf Mr. Sather (GM der Rangers, Anmerkung d. Red.), denn damals 2004 als die Dinge nicht so gut standen und wir viele Free Agents hier hatten und uns entschlossen, unsere ganze Strategie zu ändern, schlossen Glen und ich einen Pakt."

"Ich habe ihm etwas gegeben - was, werde ich heute nicht verraten - aber ich gab ihm etwas um den Pakt zu besiegeln. Und ich sagte zu ihm: 'Du kannst es mir nicht zurückgeben, bis wir den Stanley Cup gewonnen haben.' Ich glaube, wir sind dicht dran, dass ich das Ding zurückbekomme."

GM krempelte das Rangers-System um

Glen Sather krempelte das komplette System um, nach seinem Antritt 2004. Das überarbeitete Farmsystem, das Scouting und das Setzen auf junge Spieler führten zum besten Saisonstart seit 40 Jahren. Lundqvist, Marian Gaborik und Dan Girardi erhielten allesamt Einladungen zum All-Star-Game. Zum ersten Mal seit der Saison 1996/97 wurden drei Rangers berücksichtigt, damals waren es übrigens Wayne Gretzky, Mark Messier und Brian Leetch.

Dabei hatte die Saison für nicht gerade gut begonnen: In Europa gingen beide Spiele verloren und danach folgten noch fünf weitere Auswärtsspiele. Doch das Team kam schnell auf Erfolgskurs, gewann nacheinander in Vancouver und Calgary, zum ersten Mal seit der Saison 1986/87, dass die Rangers in einer Saison in diesen beiden Städten gewinnen konnten, und beendete seine Ausärtsreise schließlich mit acht Punkten aus sieben Spielen. Aber danach ging es nur noch aufwärts bis heute und der NHL-Spitzenposition.

Den New Yorkern sind die Boston Bruins in der Eastern Conference auf den Fersen. Boston knüpft nahtlos an dieChampion-Saison an und liegt vor allem durch die bärenstarke Offensive klar auf Playoff-Kurs.

Red Wings-Rekord

Im Westen haben mittlerweile die Detroit Red Wings die Spitze übernommen. Vor allem dank ihrer Heimstärke stehen sie ganz vorne. Das 3:2 über die Chicago Blackhawks war bereits der 14. Heimsieg in Serie, was die Einstellung des Rekordes aus der Saison 1964/65 bedeutete. Neben der beeindruckenden Heimstärke ist es vor allem Goalie Jimmy Howard, der diese Saison beeindruckt.

Gnadenlos weiter geht dafür der Absturz der auch von mir hoch gehandelten Buffalo Sabres, die bereits sieben Punkte von einem Playoff-Platz entfernt sind. Noch bleibt Besitzer Terry Pegula ruhig, doch, wenn die sportliche Misere weitergeht, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Pegula handelt - schließlich investierte er alleine acht Millionen Dollar in neue Umkleideräume.

Die Luft für Coach Lindy Ruff wird dünner und da die Sabres eindeutig einen Weckruf benötigen, wackelt sein Stuhl ganz gehörig. Nach neun Auswärtspleiten in Serie ist das Ziel Stanley Cup in weiter Ferne. "Bevor ich die Sabres gekauft habe, sagte ich zu meiner Frau und auch mir, dass den einzigen Job, den ein Besitzer hat, ist gemocht zu werden. Das ist der einzige Job, den ich habe. Es gibt nur einen Weg, wie ich gemocht werde und das ist zu gewinnen."

Boston dominiert die Spieler-Statistiken

Dass keine Sabres bei den individuellen Statistiken ganz vorne sind, ist so nicht weiter verwunderlich. In der Plus-Minus-Statistik führen nicht weniger als vier Bruins. Alles überragend hier Tyler Seguin mit +35. Dahinter folgen Patrice Bergeron (+27), Brad Marchand (+27) und Zdeno Chara (+25).

Überragender Torschütze der Saison ist bis dato Steven Stamkos von der Tampa Bay Lightning, mit 31 Toren hat er sieben mehr erzielt als Phil Kessel (Toronto Maple Leafs), Jonathan Toews (Chicago Blackhawks) und James Neal (Pittsburgh Penguins) auf dem zweiten Platz. 

Wer weiß, was für Evgeni Malkin möglich gewesen wäre, wenn er nicht einige Spiele verletzt verpasst hätte. So führt der Russe der Penguins mit 22 Toren und insgesamt 52 Punkten die Scorerliste der NHL an.

Bei den Goalies ist wieder ein Bruins-Spieler ganz oben, aber nicht Tim Thomas, der zwar auch sehr gut in den Statistiken liegt, sondern der Finne Tuukka Rask, der mit sehr starken 1,61 Gegentore pro Spiel und .946 Prozent abgewehrten Schüsse diese beiden Statistiken anführt. Die meisten Saisonsiege hat Jimmy Howard mit 27 aufzuweisen.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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