Pferdesport Kein Geld für gedopte Pferde


Die Deutsche Sporthilfe (DSH) hat nach den Dopingenthüllungen im Pferdesport den Geldhahn für 24 Reiterinnen und Reiter zugedreht. Mit sofortiger Wirkung erhalten sie keine Fördergelder mehr. Star-Springreiter wie Ludger Beerbaum sind von der Maßnahme nicht betroffen.

Die Deutsche Sporthilfe (DSH) hat nach den Dopingenthüllungen im Pferdesport den Geldhahn für 24 Reiterinnen und Reiter zugedreht. Mit sofortiger Wirkung erhalten sie keine Fördergelder mehr. Damit reagierte die Sporthilfe auf die ungewöhnliche Maßnahme der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), die am 28. Mai als Folge der Doping-Diskussionen nach den Olympischen Spielen 2008 ihren A-, B- und B2-Kader aufgelöst hatte. Die DSH darf laut Satzung nur Kaderathleten unterstürzen.

"Für den einzelnen Sportler ist das natürlich sehr ärgerlich. Aber die Sporthilfe muss sich an die Regularien halten", erklärte FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach. Die Sporthilfe hatte zuvor die FN und das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) über den Schritt informiert. "Wir unterstützen ausdrücklich den eindeutigen Weg des DOKR. Der Beschluss ihres Verbandes auch ein Aussetzen der derzeitigen Sporthilfeförderung zur Folge", heißt es in einem Brief an die Sportler.

Nicht betroffen sind der viermaliger Olympiasieger Ludger Beetbaum und die meisten anderen deutschen Springreiter. Beerbaum, dessen umstrittene Äußerungen zur Medikation von Pferden die Lawine erst losgetreten hatte, befindet sich seit 1991 nicht mehr in der Sporthilfe-Förderung. Der bekannteste und erfolgreichste Reiter der vergangenen 20 Jahre verdient neben den Siegprämien viel Geld als Pferdehändler.

"Das ist konsequent. Ich sehe das als Chance für ein heilendes Donnerwetter. Ob es die Falschen oder Richtigen trifft, darüber möchte ich nicht mutmaßen", sagte Hinrich Romeike, Doppel-Olympiasieger der Vielseitigkeitsreiter. Er erhält ebenso wie Beerbaum keine Sporthilfegeld.

"Betroffen von der Sperre der Fördergelder sind vor allem Dressurreiter und Vielseitigkeitsreiter", sagte FN-Sprecher Hans- Joachim Elz. "Für uns ist wichtig, dass es eine Härtefallklausel gibt und dass rückwirkende Auszahlungen vorgesehen sind", sagte Lauterbach. Sollten FN und DOKR erneut einen Championatskader aufstellen, sollen die Mitglieder rückwirkend ihre Leistungen erhalten. "Es würde sich in diesem Fall eine Verschiebung der Auszahlungen, jedoch kein finanzieller Nachteil ergeben", teilte die DSH mit.

DPA DPA

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