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Schwimm-WM: Deutsches Männerquartett überrascht mit Bronze

Das deutsche Männer-Quartett hat bei der Schwimm-WM in Barcelona mit Bronze über 4 x 200 m Freistil überrascht.

Das deutsche Männer-Quartett hat bei der Schwimm-WM in Barcelona mit Bronze über 4 x 200 m Freistil überrascht. Johannes Oesterling, Lars Conrad, Stefan Herbst und Christian Keller mussten am Mittwoch nur Titelverteidiger Australien mit Superstar Ian Thorpe und den USA den Vortritt lassen. "Oldie" Mark Warnecke schwamm mit 33 Jahren über 50 m Brust als Vierter nur um 8/100 Sekunden an Bronze vorbei. Weltrekordlerin Sandra Völker zog locker in das Finale über 50 m Rücken ein.

"Ganz riesig"

"Das ist der Oberhammer", sagte Cheftrainer Ralf Beckmann nach Bronze für seine Männer. Conrad konnte es nicht fassen: "Ganz riesig, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet." Keller war "total happy", und Startschwimmer Oesterling fand es "grausam, ich konnte nicht mehr zusehen". 7:14,02 Minuten waren die beste Zeit einer deutschen Staffel seit dem Weltrekord 1987.

Kämpferherz Warnecke

Warnecke zeigte über 50 m Brust Kämpferherz. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung", sagte er nach seiner besten Einzelplatzierung bei einer WM. "Schade, dass es kein dritter Platz geworden ist. Ein paar Zentimeter haben gefehlt, der Anschlag ist leider daneben gegangen." Der Arzt aus Bad Cannstatt will jetzt Olympia 2004 in Athen in Angriff nehmen. Weltmeister wurde der Brite James Gibson.

"Gute Generalprobe"

Sandra Völker zog als Halbfinal-Dritte in 28,79 Sekunden in den Endlauf an diesem Donnerstag ein. "Ich bin voll zufrieden, das ist eine gute Generalprobe." Bestzeit legte Europameisterin Nina Schiwanewskaja (Spanien) mit 28,52 Sekunden vor. "Grundsätzlich hat sie als Weltrekordlerin natürlich die besten Karten", stellte Völker- Trainer Dirk Lange fest, "aber wir haben hier schon viele Überraschungen gesehen."

Franzis Weltrekord steht weiter

Unangetastet blieb der Weltrekord von Franziska van Almsick über 200 m Freistil. In Abwesenheit der Berlinerin, die trotz erfolgreicher Qualifikation auf eine WM-Teilnahme verzichtet hat und sich in ihrer Heimatstadt auf Olympia 2004 in Athen vorbereitet, holte sich Alena Poptschanka aus Weißrussland in 1:58,32 Minuten den Titel. Der Weltrekord von Franziska van Almsick liegt bei 1:56,64 Minuten.

Die Baunatalerin Annika Mehlhorn, in Fukuoka WM-Zweite, erreichte das Finale über 200 m Schmetterling. Eine Fußverletzung und dazu noch eine Erkältung haben sie in der Vorbereitung weit zurückgeworfen. "Mir fehlt das Training. Mit einer Woche mehr sähe das schon anders aus."

Das Duell Hoogenband/Thorpe

Weltmeister über 200 m Schmetterling wurde der erst 18 Jahre alte Amerikaner Michael Phelps. Über 100 m Freistil will der niederländische Weltrekordler Pieter van den Hoogenband Australiens Superstar Ian Thorpe den Weg zum dritten Einzel-Titel verbauen. Mitmischen will auch "Zar" Alexander Popow. Der 31 Jahre alte Russe, Doppel-Olympiasieger 1992 und 1996, zog als Halbfinal-Zweiter hinter van den Hoogenband locker in das Finale ein. Thorpe musste sich zumindest im Semifinale mit Rang drei begnügen. Torsten Spanneberg (Berlin) und Stefan Herbst (Leutzsch) verpassten den Endlauf, Spanneberg nur um 1/100 Sekunde.

DPA

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