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SEGELN: Sehnsucht nach stürmischen Zeiten

Die tagelangen Stürme und die Eiseskälte sind vorbei. Vor der australischen Insel Eclipse Island muss die illbruck-Crew jetzt eine andere »Strapaze« ertragen: Die Flaute.

Hochseesegeln kann ein psychisch genauso anstrengend sei wie physisch. Nachdem die Teilnehmer am Volvo Ocean Race tagelang bei stürmischen Bedingungen in Eisenkälte körperlich alles geben mussten, hängen sie jetzt vor der australischen Insel Eclipse Island in der Flaute und müssen schlaff in der Dünung hin und her flappende Segel ertragen.

Entscheidung offen

Der Ausgang der zweite Etappe von Kapstadt/Südafrika nach Sydney ist einmal mehr völlig offen, denn die sechsstündigen Positionsreports bringen ständige wechselnde Spitzenreiter. Der jüngste von Montag Vormittag war »SEB« (Schweden) drei Seemeilen vor der Leverkusener »illbruck«. Es folgten die »News Corp« (Australien/8), »Assa Abloy« (Schweden/11) und »djuice« (Norwegen/14).

Knappes Rennen

»Es würde mich nicht wundern, wenn alle Boote innerhalb von 25 Minuten ins Ziel laufen«, schrieb »illbruck«-Wachführer Stuart Bannatyne von Bord. Bis zum Ziel waren es allerdings noch fast 2000 Seemeilen.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit der »illbruck« hatte nur noch 2,2 Knoten betragen - weniger als Schrittgeschwindigkeit. Bei den anderen war es nicht viel mehr, außer bei den Frauen der »Amer Sports Too«, die zwar noch 192 Seemeilen aufzuholen hatten, doch ebenfalls wieder in Rennen scheinen. Die Männer der »Amer Sports One« hatten den Rückstand von einst rund 200 Seemeilen egalisiert und lagen nur noch 26 Seemeilen hinter der Spitze.

Wind soll wieder zunehmen

Schon sehnen sich die Segler zurück und wollen lieber wieder die schweren Stürme des Southern Ocean haben, von denen sie noch vor einer Woche gebeutelt wurden.

illbruck Challenge-Meteorologe Chris Bedford macht ihnen Mut: »Der Wind wird in den nächsten zwölf Stunden auf rund vier Beaufort zunehmen. Davon dürfen die beiden Boote im Süden, ?illbruck' und ?SEB', am ehesten profitieren und wahrscheinlich als erste um die Wendemarke gehen.«

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