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Aus nach Viertelfinale: Tennis-Damen bangen nach Fed-Cup-Niederlage um Verbleib in Weltgruppe

Nach der Nationalhymnen-Panne kam bei den deutschen Tennis-Damen im Fed Cup nun auch noch das Pech dazu: Andrea Petkovic scheiterte trotz Vorsprung an Coco Vandeweghe. Das Team muss statt ins Halbfinale in die Relegation.

Andrea Petkovic Mitte Februar im Viertelfinalspiel des Fed Cup gegen die US-Amerikanerin Alison Riske

Andrea Petkovic Mitte Februar im Viertelfinalspiel des Fed Cup gegen die US-Amerikanerin Alison Riske

Der Titel war einfach nicht drin: Für die deutschen Tennis-Damen ist der Fed Cup vorzeitig beendet. Sie scheiterten im Viertelfinale mit einer 0:4-Niederlage gegen den Rekordsieger USA. 

Das Turnier in Hawaii verlief für die Sportlerinnen nicht optimal: Die Auswahl von Bundestrainerin Barbara Rittner trat ohne Spitzenspielerin Angelique Kerber an, Julia Görges fiel verletzungsbedingt aus. Nach dem Eklat um die falsche Nationalhymne am vergangenen Samstag endete der Fed Cup auch mit einer sportlichen Enttäuschung. Andrea Petkovic verlor gegen Coco Vandeweghe trotz des gewonnenen ersten Satzes und einer 4:2-Führung im zweiten noch 6:3, 4:6, 0:6.

Abstiegsangst nach Fed Cup-Aus

"Es ist schwierig für mich, das in Worte zu fassen, weil ich in dem Moment selbst nicht so genau weiß, was da mit mir passiert", sagte Petkovic. Der 0:3-Rückstand im Royal Lahaina Resort auf der Insel Maui besiegelte das Aus im Kampf um den ersehnten Titel. Dass im abschließenden Doppel (das vierte bedeutungslose Einzel wurde nicht mehr gespielt) die angeschlagene Laura Siegemund an der Seite von Carina Witthöft beim Stand von 1:4 gegen Bethanie Mattek-Sands und Shelby Rogers aufgeben musste, passte ins deprimierende Bild.

Statt am 22./23. April in einem Halbfinale Titelverteidiger Tschechien zu Hause zu empfangen, müssen Petkovic & Co. wie 2016 in einem Relegationsduell um den Verbleib in der Weltgruppe der besten acht Nationen kämpfen. "Es ist enttäuschend. Wenn ich in meinen beiden Matches meine Chancen nutze, kann es 2:1 stehen", sagte Petkovic. "Diese Niederlage geht absolut auf meine Kappe."

Petkovic gegen Vandeweghe

Nachdem es am Samstag noch stürmisch und regnerisch war und die Matches mehrmals unterbrochen werden mussten, bevor am Abend nicht weitergespielt werden konnte, schien am Sonntag wieder die Sonne. Einen Tag nach ihrer 6:7 (10:12), 2:6-Niederlage gegen Alison Riske zeigte Petkovic bei Temperaturen von knapp 30 Grad anderthalb Sätze lang eine überzeugende Vorstellung.

Immer wieder angefeuert mit "Super, Petko, super Petko"-Rufen von der winzigen Schar der rund 20 angereisten deutschen Fans erwies sich die deutsche Nummer eins als erhoffte zähe Widersacherin der Australian-Open-Halbfinalistin. Nach 41 Minuten entschied die Hessin den ersten Satz für sich, die impulsive Vandweghe schimpfte lautstark und verschwand erst einmal in der Kabine. Petkovic suchte Schutz unter einem blauen Sonnenschirm und debattierte intensiv mit Rittner.

Deutsche Nummer eins vergab ihren Vorsprung

Im zweiten Durchgang gelang ihr sofort ein Break gegen die ansonsten so aufschlagstarke Vandeweghe, die in Melbourne im Achtelfinale Titelverteidigerin Angelique Kerber aus dem Turnier geworfen hatte. Doch dann begann ein nicht für möglich gehaltenes Schauspiel auf dem Center Court. Vandeweghe hatte sichtlich körperliche Probleme, konnte teilweise kaum noch aufschlagen und humpelte über den Platz.

Beim Stand von 2:3 aus ihrer Sicht ließ sie sich mit einem Handtuch über dem Kopf und Eisbeuteln an den Beinen kurz behandeln, beim 2:4 nahm sie eine Auszeit. Petkovic hatte wenig später einen Breakball zum möglichen 5:2, vergab diesen jedoch. Danach geriet die deutsche Nummer eins jedoch unerklärlicherweise völlig aus dem Konzept.

Nichts mehr gelang ihr, Petkovic wirkte komplett verunsichert und wie gelähmt. Nach einem desaströsen Auftritt schaffte sie keinen einzigen Punkt mehr und musste sich nach dem dritten Matchball geschlagen geben. Schon vor ihrem zweiten Auftritt hatte Petkovic ihre Aussagen vom Vortag nach dem peinlichen Nationalhymnen-Zwischenfall mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes relativiert.

Falsche Nationalhymne beim Fed Cup

"Das Ganze passierte unmittelbar vor meinem Match. Wir waren vor allem überrumpelt&fassungslos und wussten nicht, wie wir reagieren sollten", schrieb die Hessin. Der Solist auf dem Center Court hatte bei der Nationalhymne die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen, die mit den Worten "Deutschland, Deutschland über alles" beginnt. "Das ist mit Abstand das Schlimmste, was mir jemals passiert ist in meinem Leben", hatte Petkovic unmittelbar nach ihrer Niederlage gegen Riske gesagt.

"Mit Abstand und etwas mehr Rationalität" erläuterte Petkovic später: "Es ist nicht das Schlimmste, das mir im Leben je passiert ist. Aber es ist das Schlimmste, das mir in meinem Fed Cup Leben passiert ist." Einen sportlichen Alptraum erlebte sie wenig später.

fri / DPA

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