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Drama am Mont Ventoux: Tour-Favorit Froome läuft Konkurrenten zu Fuß hinterher

Was für eine dramatische Szene: Kurz vor dem Ziel der 12. Etappe der Tour de France kam Favorit Chris Froome unglücklich zu Fall. Weil sein Rad danach streikte, musste er den Mont Ventoux kurzzeitig hochlaufen. Fast hätte ihn das sein Gelbes Trikot gekostet.

Tour de France: Der Gesamtführende Chris Froome läuft nach einem Defekt zu Fuß den Mont Ventoux hinauf

Laufen statt fahren: Der Tour-Favorit Chris Froome auf ungewohntem Terrain

So ein Bild hat man bei der Tour de France noch nie gesehen: Nach einem Sturz kurz vor dem Ziel musste der bisherige Gesamtführende und große Favorit auf den Gesamtsieg, , sein nicht mehr funktionstüchtiges Arbeitsgerät abstellen und den Anstieg des Mont Ventoux kurzzeitig zu Fuß hochlaufen. 

Der Sturz Froomes war wenige hundert Meter vor der Ziellinie passiert. Ein TV-Motorrad musste stoppen, Richie Porte fuhr auf, Froome krachte rein. Es folgten dramatische Szenen. Der Sky-Kapitän rannte verzweifelt auf seinen Radschuhen Richtung Ziel, ehe er ein Ersatzrad gereicht bekam, das auch noch viel zu klein für ihn war. 

Tour de France: Der Gesamtführende Chris Froome steht nach einem Defekt am Straßenrand

Falsches Material: Mit dem vom neutarlen Materialwagen gestellten Rad kam der hochgewachsene Chris Froome nicht klar - also musste er auf sein Teamfahrzeug warten

Erst auf den letzten Metern saß er wieder auf einer passenden Maschine und passierte die Ziellinie kopfschüttelnd. Zunächst rückte damit Landsmann ins Gelbe Trikot. Später und nach genauer Prüfung entschied die Tour-Leitung jedoch, das erste Ergebnis zu korrigieren. Froome bleibt das "Maillot Jaune" damit erhalten.

Chris Froome

Anschiebehilfe: Ein Betreuer, der Froome ein passendes Rad brachte, bringt den Briten in Schwung

Greipel und Voß in Ausreißergruppen vertreten

Auch wenn wie erwartet wieder keiner der deutschen Fahrer auf dem legendären Berg triumphierte, wurde diese Etappe mit dem unglaublichen und denkwürdigen Ausgang von ihnen mitgeprägt. Noch immer ohne Sieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt, gehörte Greipel zu einer Ausreißergruppe, die sich kurz nach dem Start abgesetzt und phasenweise einen Vorsprung von über 18 Minuten auf das Hauptfeld mit Froome herausgefahren hatte. 

Zu Beginn zählte auch Paul Voß zu den Ausreißern in der ersten Reihe, ein Reifenschaden warf ihn nach einigen Kilometern aber zurück. Dahinter versuchte das Team Etixx-Quick Step mit Tony Martin und Marcel Kittel ihren irischen Kollegen Daniel Martin nach vorn zu bringen. 

Anstieg auf Mont Ventoux wegen Windes verkürzt

Voß wurde rund 37 Kilometer vor dem Ziel gestellt, das wegen heftiger Winde nicht wie vorgesehen auf dem Gipfel des Mont Ventoux wartete. Tags zuvor sah sich die Rennleitung zu dem Schritt gezwungen. Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer wären für alle Beteiligten zu gefährlich gewesen. Selbst im Tal am Fuße des "kahlen Berges" war der Wind mehr als spürbar. Und noch immer blieb ein über neun Kilometer langer Anstieg auf den Mont Ventoux auf dem um sechs Kilometer verkürzten Teilstück.

Bereits 27 Kilometer vor dem Ziel war es zu einem Schreckmoment für Froome nach einem Sturz von Simon Gerrans gekommen. Der Australier war bei einem Tempo von 56,3 Stundenkilometern gestürzt, ein Sky-Teamkollege von Froome war dabei ebenfalls zu Fall gekommen. Der Brite stoppte, die Gruppe mit Gesamtsieg-Rivale Nairo Quintana attackierte nicht und wartete, bis Froome mit seinen Wasserträgern sie wieder erreicht hatte. 

Weiter vorn fuhren der eigentlich für seine Sprintqualitäten bekannte Greipel und dessen Mitausreißern noch immer mit knapp zehn Minuten Vorsprung. Und auf einmal zog der 33-Jährige sogar davon, fuhr drei Kilometer mit knappem Vorsprung ganz vorneweg. Nach dem Kraftakt ging nicht mehr viel, Greipel wurde von den Mitausreißern eingeholt und fiel weiter zurück. 

Valverde und Quintana attackieren Froome

Dafür kam die Zeit für die Attacken ums Gelbe Trikot. 6,2 Kilometer löste sich Alejandro Valverde auf der Froome-Gruppe. Der Teamkollege von Herausforderer Nairo Quintana wurde nach gut einem Kilometer gestellt, und schon versuchte es Quintana selbst, Froome und dessen starkes Sky-Team herauszufordern, während der drittplatzierte Martin zu schwächeln begann. Aber nur zaghaft probierte es der Kolumbianer und konnte letztlich nichts ausrichten, ehe Froome im Stakkatotritt nun erstmals selbst attackierte. Aber nicht lange, der Sturz zerstörte Froomes Rennen.


mod/DPA

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