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Tour de France 2005: Zum letzten Mal "Tour de Lance"

7 Tour-Siege, 22 Etappensiege und 75 Tage in Gelb: Lance Armstrong beendete am 24. Juli 2005 seine Ausnahmekarriere. Doch so glorreich sein letzter Tour de France-Sieg auch war - die folgende Schlammschlacht hätte sich der Tour-Dominator aus Texas wohl nicht träumen lassen.

Wieder einmal war es die Tour des Lance Armstrong: Zum siebten Mal konnte sich der US-Amerikaner nach der Zieletappe in Paris am 24. Juli 2005 das Gelbe Trikot als Gesamtsieger der 92. Tour de France überziehen. Zweiter wurde der Italiener Ivan Basso mit 4:40 Minuten Rückstand. Jan Ullrich, das "Wunderkind" aus Deutschland ("L'Equipe"), landete auf Rang drei (6:21 zurück).

Schon vor der 1. Etappe der Frankreichrundfahrt lief es für Jan Ullrich alles andere als glatt: Im Training war er mit dem Kopf in den vor ihm fahrenden Begleitwagen gestürzt und auch während der Tour flog er bei einer Abfahrt aus der Kurve und erlitt Rippenprellungen. Schlussendlich musste sich der Sieger von 1997 auch im Duell geschlagen geben. "Lance war wirklich der Stärkste - man kann ihm nur gratulieren", zeigte sich der 31-jährige T-Mobile-Kapitän nach dem 22-tägigen Schlagabtausch als fairer Verlierer.

Der Rücktritt und die "Hexenjagd"

Die 92. Tour de France war die letzte Tour von Lance Armstrong: Noch am letzten Tour-Tag am 24. Juli 2005 machte er sein Karriereende öffentlich. Ullrich bezeichnete den Rücktritt von Armstrong als "Verlust für den Radsport".

Doch nicht mal vier Wochen nach dem großen Sieg Armstrongs erschütterte eine Nachricht die Sportwelt wie eine Bombe: Die Pariser Sportzeitung "L'Equipe" veröffentlichte am 23. August 2005 einen Bericht, nach dem Armstrong bei seinem ersten Tour-Erfolg 1999 mit dem Blutdoping-Mittel Erythropoetin (Epo) gedopt gewesen sein soll. Die Zeitung veröffentlichte eine Kopie der im Nachhinein von eingefrorenen Proben gemachten Urin-Analysen. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten: Armstrong setzte sich gegen diese "Hexenjagd" zur Wehr und schloss auch ein Tour-Comeback plötzlich nicht mehr aus.

Im September meldete sich Armstrong ein weiteres Mal zu Wort und wies alle Anschuldigungen zurück. Der Amerikaner stellte sich als Opfer dar, die französische Presse habe eine "Hetzkampagne" gegen ihn gestartet. Ein Comeback allerdings kam für ihn plötzlich nicht mehr in Frage, denn er sieht keine Chance mehr auf eine faire Behandlung. "Ich bin es leid, mich mit diesem Scheiß abzugeben." Er sei glücklich mit dem Verlauf seiner Karriere und deren Ende. Armstrong stellte kar: "Ich komme nicht zurück."

haf

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