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TSG Hoffenheim: Ibisevic will lange bleiben

Er ist heiß begehrt bei den großen Clubs Europas: Vedad Ibisevic will dennoch weiter für Hoffenheim spielen. Der gefährlichste Torjäger der Bundesliga kündigte an, bald seinen Vertrag zu verlängern.

Die internationalen Topteams buhlen vehement um ihn, doch Vedad Ibisevic sieht seine Zukunft weiter in Hoffenheim. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ich bleibe, ist sehr hoch", sagte der Toptorjäger der Fußball-Bundesliga am Dienstag in La Manga. Bis zum Beginn der Rückrunde Ende Januar will der Bosnier seinen bis zum 30. Juni 2010 laufenden Vertrag beim Herbstmeister nach Möglichkeit verlängert haben. "Dann kann ich mich wieder voll auf den Fußball konzentrieren", meinte Ibisevic, der in der Hinserie mit 18 Treffern für Furore sorgte und damit Begehrlichkeiten bei Spitzenclubs aus Italien, Spanien und England weckte.

"Ich fühle mich in Hoffenheim sehr wohl", sagte der 24-Jährige. "Wir haben geile Spiele gemacht, gute Jungs und viel Erfolg. Es spricht also nichts gegen eine Verlängerung." Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nahm die Aussagen seines Spitzenstürmers erfreut, aber gelassen zur Kenntnis. "Wir werden in Ruhe Gespräche führen, so wie es unsere Art ist. Dann bin ich zuversichtlich, dass es auch mit Vedad klappt", sagte Rangnick.

Erfolg nimmt Druck weg

Ibisevic, der nach einer kleinen Welttournee über die Schweiz, die USA und Frankreich erst beim Überraschungsteam der Saison den sportlichen Durchbruch schaffte, ist zudem zuversichtlich, dass der Aufsteiger seinen Höhenflug auch in der zweiten Halbserie fortsetzt. "Die gute Hinrunde erhöht den Druck nicht, sie nimmt die Last", sagte der bosnische Nationalspieler, dem das Fachmagazin "Kicker" unlängst das Prädikat Weltklasse verlieh. "Das ehrt mich natürlich und macht mich stolz. Aber ich weiß gar nicht genau, was Weltklasse bedeutet."

Ungeachtet aller Lobeshymnen sieht sich der Publikumsliebling daher noch nicht auf einer Stufe mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo oder dem argentinischen Superstar Lionel Messi. "Das sind Ausnahmetalente, die ihr Können schon auf ganz hohem Niveau unter Beweis gestellt haben", erklärte Ibisevic bescheiden. Trotz seiner famosen Hinrunde könne auch er sich immer noch verbessern. "Mein Kopfballspiel, mein linker Fuß oder auch das Defensiv-Verhalten. Da gibt es schon noch Dinge, an denen ich arbeiten muss."

Ibisevic rechnet auch mit weniger erfolgreichen Zeiten

Einen Wechsel in eine der Topligen will er für die Zukunft aber nicht ausschließen. "Das kann ich mir schon vorstellen. Ich war schon so viel im Ausland und bin überall klargekommen." Zunächst gelte die Konzentration aber 1899 Hoffenheim und dem Vorhaben, die guten Eindrücke der Hinserie zu bestätigen. Den Torrekord von Gerd Müller, der in der Saison 1971/72 mit 40 Treffern Torschützenkönig wurde, hat er dabei nicht im Auge. "Das ist eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt wird. Wichtiger ist aber der Erfolg des Teams", sagte Ibisevic, der in den bisherigen 17 Partien fast nach Belieben traf. "Ich weiß, dass auch wieder eine Phase kommen wird, in der es nicht so gut läuft. Wir müssen weiter hart arbeiten und Gas geben."

Lars Reinfeld/DPA / DPA

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