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Wimbledon-Auftakt: Federer entgeht knapp einer Blamage

Der Titelverteidiger macht es zum Auftakt in Wimbledon spannend: Roger Federer entging im Erstrunden-Spiel gegen den Kolumbianer Alejandro Falla nur knapp einer Blamage. Die deutschen Tennisprofis überraschten dagegen.

Verkehrte Tenniswelt zum Turnierauftakt in Wimbledon: Während alle fünf am Montag angetretenen deutsche Herren souverän in die zweite Runde des bedeutendsten Grand-Slam-Turniers einzogen, ist Roger Federer nur mit viel Glück, seiner Routine und dank der Nervenschwäche seines Gegners hauchdünn einem sensationellen Erstrunden-Aus entgangen.

Der Titelverteidiger aus der Schweiz sah schon wie der sicherere Verlierer gegen den Kolumbianer Alejandro Falla aus, ehe er sich auf dem Centre Court doch noch mit 5:7, 4:6, 6:4, 7:6 (7:1), 6:0 durchsetzte und damit die größte Überraschung an der Church Road seit der Niederlage des zu diesem Zeitpunkt zweimaligen Champions Boris Becker 1987 gegen den Australier Peter Doohan abwendete. "Ich habe von meiner Erfahrung und Fitness profitiert", sagte Federer und atmete am Ende noch einmal tief durch. Seit 2002 hat er kein Erstrundenmatch mehr in Wimbledon verloren, bei einem Grand-Slam-Turnier ist ihm so etwas zuletzt 2003 in Paris passiert.

Federers Probleme fesselten die meisten Zuschauer zum Auftakt des mit 15,6 Millionen Euro dotierten wichtigsten Tennisturniers der Welt, bei dem die deutschen Herren einen gelungenen Auftakt feierten. Bei strahlendem Sonnenschein erreichten Wimbledon-Debütant Daniel Brands aus Deggendorf, Rainer Schüttler, Florian Mayer, Benjamin Becker und Philipp Kohlschreiber die zweite Runde.

Florian Mayer überrascht

Weniger erfreulich war der Auftritt der Frauen. Lediglich Angelique Kerber (Kiel) und Kristina Barrois (Saarlouis) kamen weiter. Für Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn), Tatjana Malek (Bad Saulgau) und Julia Görges (Bad Oldesloe) ist das Turnier bereits beendet. Der Augsburger Kohlschreiber setzte sich am Abend mit 6:3, 3:6, 6:3, 6:0 gegen den Italiener Potito Starace durch und komplettierte damit den tollen Durchmarsch der deutschen Spieler. Sein nächster Gegner ist der Russe Teimuras Gabaschwili.

Insbesondere der 6:2, 6:4, 7:6 (7:1)-Erfolg von Florian Mayer über den Kroaten Marin Cilic war eine faustdicke Überraschung. Der Bayreuther zog gegen den Weltranglisten-12. sein effektives Rasenspiel konsequent durch und bewies, dass er an einem guten Tag zu den Topleuten auf Gras gehören kann. "Ich bin stolz und sehr zufrieden", sagte Mayer, dessen nächster Gegner der Amerikaner Mardy Fish ist, "ich bin auf Rasen ein ganz anderer Spieler, aber so einen Riesensieg hätte ich nicht erwartet."

Auch Schüttler strahlte nach dem klaren 6:2, 6:2, 6:3 gegen den Russen Dimitri Tursunow. Er ist mit 34 Jahren der älteste Teilnehmer in Wimbledon. "Ich habe richtig gut gespielt und bin sehr zufrieden", sagte der Korbacher, "ich bin zwar schon alt, aber fit und augeruht."

DPA / DPA

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