HOME

Wintersport: Biathlon-WM - Norwegen gewinnt Gold in der Mixed-Staffel

Deutschland hatte die Goldmedaille schon vor Augen, dann gab Schlussläufer Arnd Peiffer den Sieg in der Mixed-Staffel aus der Hand. Es blieb Rang drei hinter Norwegen und Slowenien, das zwar als erste Staffel ins Ziel kam, aber trotzdem nur Silber erhielt.

Die deutsche Mixed-Staffel mit Andrea Henkel, Magdalena Neuner, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer hat zum Auftakt der Biathlon-WM in Ruhpolding die Bronzemedaille gewonnen.

So groß die Freude über die erste Medaille war, so traurig war Schlussläufer Peiffer, der mit großem Vorsprung ins Rennen gegangen war und beim letzten Schießen den Sieg aus der Hand gab. Gold gewann Norwegen vor Slowenien, das zwar als erste Staffel ins Ziel kam, aber trotzdem nur Silber erhielt.

Die Skandinavier hatten schon während des Rennens Protest wegen eines Fehlschusses von Ole Einar Björndalen eingelegt und bekamen von der Jury Recht und eine Zeitgutschrift von 28,6 Sekunden zugesprochen. Da Schlussläufer Emil Hegle Svendsen nur acht Sekunden hinter dem Slowenen Jakov Fak ins Ziel gekommen war, reichte das um auf den ersten Platz zu rücken. Peiffer war 12,6 Sekunden hinter Fak über den Zielstrich gelaufen.

Peiffer und das verflixte letzte Schießen 

Schon da war die Enttäuschung in seinem Gesicht deutlich zu erkennen. Knapp eine Minute Vorsprung hatten ihm seine Staffel-Kollegen mit auf den Weg gegeben, doch das reichte nicht aus. Beim Liegendschießen ging mit einem Nachlader noch alles relativ glatt, auch wenn der Vorsprung auf 40 Sekunden zusammengeschmolzen war.

Als Peiffer jedoch zum finalen Schießen im stehenden Anschlag kam, versagten ihm die Nerven. Zwei Scheiben blieben zunächst stehen und nachdem er alle drei Zusatzpatronen verschossen hatte, musste er eine Strafrunde drehen. Sein ärgster Verfolger Jakov Fak aus Slowenien fegte alle Scheiben beiseite und übernahm die Führung. Zudem rückte Norwegen ebenfalls nah an Deutschland heran und der als starker Läufer bekannte Svendsen hatte keine Mühe, Peiffer noch abzufangen.

Henkel am Start mit Problemen 

Dass Deutschland überhaupt von der Goldmedaille träumen durfte lag an den tollen Leistungen von Magdalena Neuner und Andreas Birnbacher, denn Andrea Henkel hatte als Startläuferin auch kein optimales Rennen erwischt. Läuferisch stand sie wie erwartet klar im Schatten von Tora Berger aus Norwegen, die zu Beginn klar dominierte.

Allerdings offenbarte Henkel Probleme am Schießstand, die Nervosität hinterließ auch bei der 34-jährigen Spuren. Zwei Nachlader im liegenden und einer im stehenden Anschlag waren zu viel und so übergab sie nur als Sechste an Magdalena Neuner. Der Rückstand der deutschen Staffel betrug beim ersten Wechsel bereits 46 Sekunden auf Norwegen. Für die Skandinavier hatte eine überragende Berger den Vorsprung herausgelaufen. Sie war nicht nur stark in der Loipe, sondern traf auch alle zehn Scheiben ohne Nachlader.

Neuner mit überzeugendem Auftritt

Dahinter hatte sich Frankreich auf Rang zwei eingereiht. Lange hatte das Klassement jedoch nicht Bestand, denn Neuner drückte von Beginn an auf das Gaspedal und machte gleich Plätze gut. Ein Nachlader im Liegendschießen hielt sie kaum auf und so war sie zu diesem Zeitpunkt mit 35 Sekunden Rückstand schon Dritte.

Unwiderstehlich stürmte die 25-Jährige in der Lopie nach vorn und trotz zweier Nachlader beim zweiten Schießen kam sie der Konkurrenz immer näher. Frankreich hatte mit Marie Dorin Haber die Führung übernommen, die Norwegerin Synnoeve Solemdal war Zweite. Neuner flog auf ihrer Schlussrunde an Solemdal vorbei und schloss bis auf zehn Sekunden fast auch noch die Lücke zu Frankreich.

Birnbacher mit überragender Leistung

Dann kam Andreas Birnbacher und der zeigte ein famoses Rennen. Bis zum ersten Schießen hatte er zu Simone Fourcade aufgeschlossen und nach einer Schnellfeuereinlage mit fünf Treffern ging er in Führung. Fourcade erlebte ein kleines Drama und hatte erst Probleme mit der Waffe und verfehlte dann auch noch drei Scheiben. Frankreichs Medaillenträume waren nach einer Strafrunde bei Fourcades nächstem Schießen endgültig ausgeträumt.

Nicht so die der Deutschen. Wie entfesselt lief und schoss Birnbacher, der auch im stehenden Anschlag alle fünf Scheiben traf und die Konkurrenz beim Wechsel um eine Minute distanziert hatte. Das lag allerdings auch daran, dass Ole Einar Björndalen nach dem zweiten Schießen eine Strafrunde absolvieren musste und das offenbar zu Unrecht.

Jedenfalls legten die Norweger prompt Protest ein und wurden schließlich belohnt. Dank Zeitgutschrift und dem Aussetzer von Arnd Peiffer reichte das, um noch an Slowenien und Deutschland vorbeizukommen und den ersten Titel bei der Biathlon-WM in Ruhpolding zu gewinnen. 

sportal.de / sportal

Wissenscommunity