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Wintersport: Neuner gewinnt Massenstart in Oberhof

Auch Magdalena Neuner ist nicht unfehlbar, wie ihr Blackout in der Staffel belegte. Doch wenn sie ihre Normalform erreicht, dann ist sie eine Klasse besser als ihre Rivalinnen. Nach dem Triumph im Sprint mit einem nahezu perfekten Rennen, war Neuner auch im Massenstart von Oberhof nicht zu schlagen.

Magdalena Neuner hat sich nach ihrem Aussetzer in der Staffel beim Weltcup in Oberhof mit Siegen im Sprint und im Massenstart eindrucksvoll rehabilitiert. Nach einem nahezu perfekten Auftritt am Vortag glänzte sie beim Massenstart mit einer phänomenalen Schlussrunde und untermauerte einmal mehr ihre Ausnahmestellung in der Weltspitze - es war ihr 28. Weltcuperfolg.

Die 24-Jährige sicherte sich trotz drei Strafrunden den Sieg vor Tora Berger aus Norwegen, die zweimal das Ziel verfehlt hatte. Andrea Henkel komplettierte das tolle deutsche Ergebnis mit Rang drei. Die 34-Jährige, die gerade verkündet hatte, ihre Karriere bis zu den Olympischen Spielen in Sochi 2014 fortsetzen zu wollen, setzte lediglich beim ersten liegenden Anschlag einen Schuss vorbei.

Neuner schießt gut wie nie

Beeindruckend war aber wieder einmal der Auftritt von Neuner, die die über 20.000 Zuschauer in der Rennsteig-Arena zu Begeisterungsstürmen hinriss. Sie bringt einfach das beste Paket aus Laufvermögen und Schießleistungen mit und ist damit nur ganz schwer zu bezwingen.

Ihre Stärke in der Loipe ist seit jeher bekannt, doch auch beim Schießen hat sie, abgesehen von der Staffel, ein hohes Niveau erreicht. In dieser Saison hat sie mit einer Gesamttrefferquote von 84 Prozent den bisher besten Wert ihrer Karriere zu Buche stehen – weder im liegenden (93 Prozent) noch im stehenden Anschlag (75 Prozent) war sie in ihrer Laufbahn besser.

Neuner zündet den Turbo 

Und wenn sie dann in der Loipe den Turbo zündet, gibt es kein Halten mehr. Gut fünf Sekunden lag sie im Massenstart nach dem letzten Schießen hinter Berger, doch die Norwegerin war chancenlos. An einem Anstieg flog Neuner förmlich an ihr vorbei und hatte im Ziel schließlich einen Vorsprung von 12,5 Sekunden. Die Deutsche war auf der letzten Runde 14 Sekunden schneller als die nächstbeste Läuferin – ein Beleg für ihre glänzende Renneinteilung.

Andrea Henkel verlor über 32 Sekunden auf ihre Teamkollegin – beide lagen nach dem letzten Schießen noch gleichauf. Die beste Laufzeit insgesamt legte Kaisa Mäkäräinen aus Finnland hin, sie war noch 0,5 Sekunden schneller als Neuner. Darya Domracheva aus Weißrussland war rund zwei Sekunden langsamer. Dieses Trio ist derzeit läuferisch eine Klasse besser als der Rest des Feldes.

Lars Ahrens 

sportal.de / sportal

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