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Wintersport: Riesch triumphiert, Biathlon-Frauen schwächeln

Maria Riesch hat ihren ersten Sieg in dieser Saison eingefahren: Mit zwei Traumläufen deklassierte die Deutsche die Konkurrenz beim Slalom im spanischen La Molina. Die deutschen Biathletinnen verpassten beim ersten Staffelrennen der Saison einen Podestplatz.

Nach ihrem überlegenen Erfolg schrie sich Maria Riesch im Ziel die Freude lautstark aus dem Leib, ihre ärgste Rivalin und beste Ski-Freundin Lindsey Vonn nahm sie schon im Zielraum in den Arm. Mit 1,48 Sekunden Vorsprung düpierte Maria Riesch die Slalom-Konkurrenz und feierte ihren ersten Sieg im WM-Winter. "Es ist Wahnsinn, endlich wieder einen Slalom zu gewinnen. Das war ewig her und macht mich glücklich und stolz. Und mit Lindsey macht es doppelt Spaß zusammen auf dem Podium zu stehen", sagte die 24-Jährige, die zum bislang einzigen Mal vor fast fünf Jahren im Torlauf gewonnen hatte.

Im Gesamtweltcup machte Riesch mit ihrem insgesamt siebten Weltcup-Erfolg am Sonntag 20 Punkte auf die Amerikanerin Vonn gut. Schon im Riesenslalom hatte die Partenkirchenerin als Zehnte und beste Deutsche beim Sieg der Finnin Tanja Poutiainen Rückstand auf ihre ausgeschiedene Dauer-Rivalin verkürzen können.

Die anderen Frauen fahren hinterher

Nicht nur Riesch, die im Gesamtklassement mit 328 Punkten Dritte hinter Vonn (438) und Poutiainen (400) ist, jubelte überschwänglich. Auch ARD-Expertin Martina Ertl-Renz ließ einen Freudenjauchzer erklingen, "aber nicht so laut wie der von Maria". Im Februar 2004 stand Ertl-Renz noch mit der deutschen Parade-Alpinen bei deren Sieg als Dritte gemeinsam auf dem Podest, diesmal staunte sie schon nach Rieschs Bestzeit im ersten Durchgang. "Ich bin hin und weg. Das ist Wahnsinn, wie sie gefahren ist", meinte die Olympia-Medaillengewinnerin. Auch Trainer Mathias Berthold war sichtlich erleichtert. "Ich habe gezittert, aber als ich ihre ersten Tore im Steilhang sehen habe, wusste ich, das passt", sagte der Damen-Chef. "Sie hat es noch besser gemacht, als ich es erwartet habe."

Sieg im Slalom, das erste Top-Ten-Ergebnis im Riesenslalom seit 21 Monaten - Maria Riesch konnte mit der Europa-Rückkehr des alpinen Weltcups überaus zufrieden sein. Nicht aber der Deutsche Skiverband (DSV), denn die Rennen in den spanischen Pyrenäen verdeutlichten umso mehr, dass der Verband fast auf Gedeih und Verderben auf die Ausnahme-Sportlerin angewiesen ist. "Der Sieg überdeckt auch vieles und man muss sich Gedanken machen, warum es in der zweiten Garnitur im Moment keine Weiterentwicklung gibt." Im Riesenslalom holte seine Vorzeige-Dame als einzige Punkte. Im Slalom gab es für Monika Bergmann (Lam), die von Rang 6 auf 19 zurückfiel, sowie für Fanny Chmelar (Partenkirchen) als 22. noch ein paar Zähler. Sieben andere deutsche Damen erreichten das Finale der besten 30 nicht.

"Es ist ein bisschen schade, ist, dass das wieder die Monopolstellung von Maria untermauert. Wir wollten eigentlich mal ein bisschen aufbrechen, so dass nicht alle Last bei ihr liegt", befand Maier. Der Blick auf die erreichten Weltcup-Punkte in den Technik- Disziplinen ist für das Damen-Team auch ernüchternd. Elf Fahrerinnen wurden eingesetzt. Riesch holte sich in Slalom und Riesenslalom 261 Punkte, die anderen alle zusammen nur 169.

Felix Neureuther schiebt Frust

Schlechter als erhofft lief es für Felix Neureuther in Val d'Isere. Er verließ die Pisten im französischen Hoch-Savoyen mit einer gehörigen Portion Frust im Gepäck. Weil der Slalom am Sonntag dem Wind zum Opfer fiel, verpasste Neureuther einen wichtigen Test für die WM ebenso wie die Gelegenheit, sich für das schwache Abschneiden bei der Super-Kombi vom Freitag (24.) zu revanchieren. "Das ist echt bitter. Ich war extrem motiviert und wollte einiges wiedergutmachen", klagte er.

Die deutschen Biathletinnen schafften es beim ersten Staffel-Rennen der neuen Weltcup-Saison als Vierte nicht auf das Siegespodest. In der Besetzung Andrea Henkel, Martina Beck, Simone Hauswald und Kati Wilhelm hatten die Skijägerinnen in Hochfilzen nach schwacher Leistung am Schießstand über die 4x6 Kilometer 2:39 Minuten Rückstand auf Sieger Russland. Zweite wurde die Staffel aus Norwegen vor den Französinnen. Den Staffel-Wettbewerb bei den Herren hatten zuvor die Russen gewonnen. Das ohne Olympiasieger Michael Greis angetretene Quartett des Deutschen Ski- Verbandes (DSV) wurde lediglich Neunter.

DPA/SID / DPA

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