Zweite Etappe Thor Hushovd fährt in Gelb


Der australische Sprint-Spezialist Robbie McEwen gewann die zweite Tour-Etappe im Massensprint. Neuer Träger des Gelben Trikots ist der Norweger Thor Hushovd. Ein leicht erkrankter Jan Ullrich kam wie Armstrong mit dem Hauptfeld ins Ziel.

Der Australier Robbie McEwen gewann die zweite Tour zwischen Charleroi und Namur. Er profiierte bei der Sprintankunft von einem Sturz im Feld. Zweiter wurde der Norweger Thor Hushovd, der neue Träger des Gelben Trikots. Der bullige Sprinter, dem die Zeitgutschrift von 12 Sekunden zum Sprung an die Spitze reichte, ist der erste Norweger der Tour-Geschichte in Gelb .

Der Schweizer Fabian Cancellara aus dem Petacchi- Team Fassa Bortolo musste seine Führung nach einem Tag abtreten. Der Skandinavier hat nun acht Sekunden Vorsprung auf Cancellara und 17 vor McEwan. Titelverteidiger Lnace Armstrong ist 18 Sekunden Vierter vor dem Berliner Jens Voigt.

Supersprinter Alessando Petacchi aus Italien, der in der ersten Tour-Woche 2003 vor seinem Ausstieg vier Etappen gewonnen hatte, ging erneut leer aus. Danilo Hondo (Cottbus/Lugano) vom Team Gerolsteiner wurde wie am Vortag Vierter, der Weltranlisten-Dritte Erik Zabel (Unna) Siebenter. "Ich habe den zweiten Tag vergeblich auf Petacchi gesetzt. In seinem Windschatten hatte ich meine Chance gesucht, aber leider hat es wieder nicht geklappt", sagte der T-Mobile-Mann.

Tour-Neuling Sebastian Lang aus Erfurt durfte sich einige Stunden als Träger des Gelben Trikots fühlen. Seine Ausreißergruppe, die sich kurz nach dem Start zusammengefunden hatte, verfügte lange über einen Vorsprung, der den Gerolsteiner-Profi zum theoretischen Spitzenreiter machte. Doch 22 Kilometer vor dem Ziel war die Flucht der sechs Profis beendet. Sie waren über 160 km vorweg gefahren.

Ein Sturz hatte böse Folgen: Am Ende des Hauptfeldes 41 km vor dem Ziel stürzte der Italiener Gian-Matteo Fagnini, jahrelang Helfer von Erik Zabel, schwer. Der Anfahrer von Ex-Weltmeister Mario Cipollini musste das Rennen mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben. Der ebenfalls gestürzte CSC-Fahrer Andrea Peron (Italien) konnte weiter fahren.

Die Tour-Favoriten Jan Ullrich und Lance Armstrong verlebten zwischen Charleroi und Namur einen relativ ruhigen Tag und erreichten mit dem Hauptfeld das Ziel.

Ullrich ist seit dem Tour-Start durch eine Erkältung leicht gehandicapt. "Es geht ihm aber schon besser", sagte sein Betreuer Rudy Pevenage am Montag vor dem Start der 2. Etappe. "Das ist eine Wald- und Wiesen-Erkältung, die abklingt und keine Medikamentierung nötig machte", erklärte Team-Arzt Lothar Heinrich. Etwas angespannt reagierte Team-Manager Walter Godefroot auf Nachfrage: "Ich finde es peinlich, dass das öffentlich wird. Es ist eine Sache zwischen Arzt und Patient. Jan hat kein Fieber - überhaupt nichts Gravierendes."

Seine enttäuschende Vorstellung beim Prolog am Samstag in Lüttich, als Ullrich auf 6,1 Kilometern 15 Sekunden auf den fünffachen Toursieger Armstrong verloren hatte, sei von der Erkrankung nicht beeinflusst gewesen, meinte Pevenage: «Jan hatte einfach keinen guten Tag.» Im Vorjahr hatte der Olympiasieger einen Darminfekt in den Alpen überstanden. Nach der Tour hatte er im Fernsehen zugegeben, dass ein offensichtlich überlagertes Eiweiß-Produkt Schuld an den Schwierigkeiten gewesen sei.


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