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Konzern zieht Konsequenzen: Ausstieg vor Treffen mit Merkel: Porsche baut keine Diesel mehr

Bevor die Kanzlerin mit den Chefs der Autokonzerne über Maßnahmen gegen Diesel-Fahrverbote berät, hat die VW-Tochter Porsche nun erste Konsequenzen gezogen und will keine Diesel-Autos mehr bauen. Für Besitzer älterer Diesel bleibt unklar, ob es doch noch Abgas-Nachrüstungen gibt.

Ein Porsche mit dem Schriftzug Diesel

Auf einem Porsche-Modell steht "Diesel" geschrieben -  das wird man in Zukunft weniger häufig sehen 

Noch vor dem großen Gipfel der PKW-Hersteller mit Kanzlerin Angela Merkel geht Sportwagenbauer Porsche mit einem mutigen Schritt voran und setzt ein Zeichen. Als erster deutscher Autohersteller wolle man künftig auf Diesel-Fahrzeuge verzichten. "Von Porsche wird es künftig keinen Diesel mehr geben", sagte Vorstandschef Oliver Blume. Der Ausstieg kommt nach Fahrverboten und sinkenden Diesel-Absatzzahlen zwar nicht gänzlich überraschend, dass jedoch der erste Anbieter noch vor dem Treffen mit der Kanzlerin aussteigt, war nicht zu erwarten. 

Bei der für den frühen Sonntagabend angesetzten Spitzenrunde sollte über Maßnahmen gegen Diesel-Fahrverbote beraten werden. Dabei könnte nach langem Koalitionsstreit auch eine Entscheidung über mögliche Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Fahrzeuge fallen. Ob es konkrete finanzielle Zusagen der börsennotierten Autobauer zu möglichen Nachrüstungen gibt, war allerdings offen. Bisher lehnen die Hersteller Nachrüstungen direkt am Motor ab. Diskutiert werden zudem Umtauschprämien. An dem Treffen sollten auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sowie Finanzminister Olaf Scholz (SPD) teilnehmen. 

Porsche setzt auf Hybridtechnologie und Elektromobilität 

Porsche will nach eigenen Angaben den Markenkern stärken und sich intensiver im Bereich Hybridtechnologie und Elektromobilität engagieren. Porsche wolle sich künftig auf das konzentrieren, was das Unternehmen gut könne, sagte Vorstandschef Blume der "Bild am Sonntag": "Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein."

Porsche habe nie selbst Dieselmotoren entwickelt und produziert, sagte Blume weiter. "Dennoch hat das Image von Porsche gelitten. Die Dieselkrise hat uns viel Ärger bereitet." Gemeint ist die Diesel-Affäre um manipulierte Abgaswerte. Wegen der hohen Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden wurden in mehreren deutschen Städten Fahrverbote verhängt, das Thema beschäftigt die Gerichte. Schon seit einiger Zeit bietet der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen keine Diesel-Motorisierungen für seine Baureihen mehr an. Doch war offen geblieben, ob dies auf Dauer so bleibt. 

Diesel-Zahlen sind rückläufig - ein guter Zeitpunkt zum Aufhören

Nach Angaben eines Porsche-Sprechers ist die Nachfrage nach Diesel-Modellen rückläufig. Im vergangenen Jahr 2017 habe der weltweite Diesel-Anteil von Porsche bei 12 Prozent gelegen. Seit Februar 2018 habe Porsche keinen Diesel mehr im Portfolio: "Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen haben wir uns entschieden, künftig keinen Diesel-Antrieb mehr anzubieten." 

Union und SPD streiten seit Wochen über Maßnahmen gegen schmutzige Luft durch zu hohe Stickoxid-Belastungen in zahlreichen Kommunen sowie den Umgang mit älteren Dieselfahrzeugen. Nach einem unbestätigten Pressebericht hat sich Merkel festgelegt, ältere Fahrzeuge mit Stickoxid-Katalysatoren nachrüsten zu lassen. Sie habe Scheuer zur Vorlage einer gesetzlichen Lösung aufgefordert, damit umgerüstete Wagen der Euro-5-Klasse in Verbotszonen fahren dürfen. 

Scheuer hat rechtliche, technische und finanzielle Bedenken gegen Hardware-Nachrüstungen, will aber "in alle Richtungen nachdenken". Sein Haus sieht wenig Möglichkeiten, älteren Diesel-Autos mit einem nachträglich eingebauten Abgasfilter Fahrten durch Städte mit hohen Stickoxid­Werten zu ermöglichen. Der CSU-Politiker drängt die Hersteller zu attraktiveren Anreizen, damit mehr Besitzer ihre älteren Diesel gegen ein saubereres Auto umtauschen. 

Die Umtauschprämie: Gut gemeint, geringer Unterschied

Eine Umtauschprämie hätte nach Ansicht von Experten kaum positive Auswirkungen auf die Schadstoffbelastung in Großstädten. Eine Umtauschprämie würde im optimistischen Fall lediglich eine Minderung der Stickoxid-Belastung um weniger als 1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bringen, wie aus einem internen Papier des Umweltbundesamts hervorgeht. Das sei verschwindend gering im Vergleich zur Gesamtbelastung, die etwa in München 2017 im Jahresmittel bei 78 Mikrogramm lag. Falls ein neues Prämiensystem eingeführt werde, sollte es nicht aus Steuergeldern bezuschusst werden und zudem nur für Neufahrzeuge der strengen Euro-6d-Norm gelten.

Nach Darstellung von Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer wiederum sind Euro-6-Diesel fast das größere Problem. Gut 80 Prozent davon gäben im normalen Fahrbetrieb deutlich mehr Stickoxide ab als erlaubt. Euro-5-Hardware-Nachrüstung ist notwendig und wichtig, löst aber nur einen Teil des Problems." Zwar seien einzelne Euro-6-Diesel-Modelle verbessert worden. Aber erst seit etwa einem Jahr seien neuere Autos zum Teil mit besseren Werten im normalen Fahrbetrieb unterwegs.

Ein Affe beist in den Maschndraht seines Käfigs, während Rauch die Sicht vernebelt

 

wlk / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.