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Impfstoff gegen Corona CureVac-Geschäftsführer bestreitet Trump-Angebot, auch Dietmar Hopp äußert sich erneut


Neue Irritationen um das angebliche Interesse von US-Präsident Donald Trump am Tübinger Unternehmen CureVac: Der Geschäftsführer bestreitet ein US-Angebot. Auch Investor Dietmar Hopp äußert sich und nennt einen möglichen Termin für den Impfstoff.

Der Vertrieb eines möglichen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac ist nach Angaben der Firma noch völlig offen. Medienberichten zufolge versucht US-Präsident Donald Trump, das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern und bietet der Firma dafür einen hohen Betrag. "Ein Angebot liegt uns nicht vor", sagte ein CureVac-Sprecher am Montag.

Zum Personalwechsel im Vorstand wollte der Sprecher keine näheren Angaben machen. In der vergangenen Woche hatte CureVac-Gründer Ingmar Hoerr den US-Amerikaner Daniel Menichella überraschend als Vorstandsvorsitzenden abgelöst. Menichella hatte Anfang März noch mit zahlreichen weiteren Pharma- und Biotech-Unternehmern auf Einladung des Weißen Hauses mit Donald Trump Strategien zur Impfstoffentwicklung diskutiert.

Dietmar Hopp
Dietmar Hopp will mit CureVac nach eigener Aussage einen Impfstoff für die gesamte Welt entwickeln (Archivbild).
© Elmar Kremser/SVEN SIMON / Picture Alliance

Für CureVac-Eigner Dietmar Hopp kommt Verkauf nicht in Frage

SAP-Mitbegründer und Mäzen Dietmar Hopp, über eine Holding Mehrheitseigner von CureVac, erteilte etwaigen US-Avancen indes eine Absage. Er hätte nicht Trump gesprochen, sagte Hopp in einem Interview mit "Sport 1". Der US-Präsident hätte mit der Firma gesprochen, dies hätte Hopp erfahren. Ein Verlauf komme nicht in Frage: "Für mich ist das selbstverständlich, es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird. Das war für mich keine Option." Auf die Frage, wann ein Impstoff verfügbar sein könnte, nannte Hopp den Herbst als möglichen Zeitpunkt.

CureVac forscht derzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus und hat dafür 8,3 Millionen US-Dollar Fördergeld (rund 7,5 Millionen Euro) von der Internationalen Impfstoff-Allianz CEPI ("Coalition for Epidemic Preparedness Innovations") bekommen. Auch die Bundesregierung ist Mitglied von CEPI. Wenn ein geeigneter Impfstoffkandidat gefunden und in klinischen Studien geprüft ist, will CureVac das Medikament selbst herstellen.

CureVac hält sich Optionen offen

Völlig offen ist nach Angaben des Sprechers, ob CureVac den Impfstoff auslizensiert, einen externen Vertrag abschließt oder auch selbst vertreibt. "Wir sind da gar nicht gebunden", sagte er. Derzeit liefen Gespräche mit vielen Behörden.

Nach Bekanntwerden der angeblichen US-Avancen am Sonntag reagierten in Berlin zahlreiche Politiker und Ministerien mit scharfer Kritik. "CureVac enthält sich jeglicher Kommentare zu den aktuellen Medienspekulationen und weist die Behauptungen über den Verkauf des Unternehmens oder seiner Technologie deutlich zurück", hatte das Unternehmen am Sonntag mitgeteilt.

Weitere Quellen: "Sport 1"

rös DPA

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