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Signal an Impfgegner Grünen-Politiker Boris Palmer nimmt an Corona-Impfstudie teil

Boris Palmer
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne)
© Tom Weller / DPA
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer gehört zu den Probanden, an denen der Impfstoff gegen das Coronavirus erprobt wird. Mit seiner Teilnahme an dem Forschungsprojekt möchte der Grünen-Politiker auch Impfgegner überzeugen.

Boris Palmer hat in der Corona-Krise schon einige Male mit forschen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. "Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären", hatte der Grünen-Politiker im Mai gesagt und dafür auch viel Kritik aus der eigenen Partei geerntet. Ein anderes Mal hatte Palmer vorgeschlagen, Risikogruppen "aus dem Alltag herauszunehmen".

Mittlerweile beteiligt sich Boris Palmer selbst daran, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden. Der Oberbürgermeister von Tübingen nimmt als Proband an einer Impfstoff-Studie der Tübinger Firma Curevac teil. Am Dienstag wurde ihm die erste Impfung verabreicht, berichtete Palmer auf seiner Facebook-Seite. Er habe sich zur Verfügung gestellt, weil es in seiner Altersgruppe an Probanden gefehlt hätte, die den Gesundheitscheck überstanden hätten. 

Boris Palmer will Zeichen an Impfgegner senden

Palmer hat die Impfung offenbar gut überstanden: "Tut nicht weh. Fühle mich top fit", ließ er seine Facebook-Follower wissen. Mit seiner Teilnahme an der Studie wollte der Politiker auch ein Zeichen gegen die Corona-Skeptiker und Impfgegner setzen. "Liebe Impfgegner, ihr schreibt so oft, man soll sich doch selbst zuerst impfen lassen", schrieb Palmer. "Ich bin sehr froh, dass ich wahrscheinlich weltweit zu wenigen 1000 Menschen gehöre, die schon jetzt gegen Corona durch eine Impfung immun werden."

"Ich möchte ihnen klarmachen, dass ich überzeugt bin, dass der Impfstoff die Lösung unserer Corona-Probleme sein wird", führte Palmer im Interview mit "t-online.de" weiter aus. Mit Sorge betrachte er, wie sich Impfgegner immer lauter und wütender in die Debatte einmischten.

Am vergangenen Wochenende hatten einige Hundert Menschen in Stuttgart bei einer "Querdenken"-Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert, unter ihnen auch viele Impfgegner. Zuvor hatte es in Berlin eine ähnliche Demonstration gegeben, an der nach Polizeiangaben bis zu 20.000 Menschen teilnahmen.

Palmers Gesundheitszustand wird nun regelmäßig überprüft, um die Wirkung des Impfstoffes feststellen und mögliche Nebenwirkungen überprüfen zu können. Bisher gehe es ihm aber gut, sagte der Tübinger Oberbürgermeister "t-online.de". Ergebnisse der Studie sollen Mitte September vorliegen.

Quellen:Boris Palmer auf Facebook / "t-online.de"

epp

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