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"Die Boss" Powerpaar Suder und Kraus: "Kinder und Karriere: Ja, es ist verflucht schwer"

Powerpaar Katja Kraus und Katrin Suder
© Bianca Verwohlt
Topberaterin Katrin Suder und Sportmanagerin Katja Kraus haben drei Kinder und zwei Spitzenjobs. Um das zu vereinen, sagen sie im stern-Podcast, brauche es vor allem eines: Humor.

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Sie haben beide Top-Karrieren gemacht, waren Pionierinnen in ihren Branchen. Sie sind verheiratet. Und sie haben drei Kinder. Im stern-Podcast "Die Boss" erzählen Wirtschafts- und Politikberaterin Katrin Suder und Sportmanagerin Katja Kraus, wie sich das vereinbaren lässt. "Kinder und Karriere: Ja, es ist verflucht schwer", sagt Suder. Auf die Frage von Podcast-Gastgeberin Simone Menne, wie sie es konkret schaffen, den Alltag zu organisieren, antwortet Katja Kraus: "Ich würde sagen, wir kriegen es nicht organisiert. Wir leben mit der Unvollkommenheit und versuchen, das mit bestmöglichem Humor hinzunehmen und immer wieder neu auszuhandeln, wo wir Kompromisse machen und wo nicht. Aber es ist täglich eine neue Herausforderung."

Katrin Suder (links) und Katja Kraus (rechts)
Katrin Suder (links) und Katja Kraus (rechts)
© Bianca Verwohlt

Spitzenjobs bei HSV, McKinsey und Bundesregierung

Katja Kraus ist Autorin, Beraterin und Geschäftsführerin der Sportmarketingagentur von Jung von Matt in Hamburg. Sie war Torhüterin der Frauen-Fußballnationalmannschaft und wurde nach ihrer aktiven Karriere Vorstandsmitglied des Hamburger SV, als erste Frau in einem Vorstand der Fußballbundesliga.

Katrin Suder ist Aufsichtsrätin und Beraterin für Wirtschaft und Politik. Unter anderem leitet sie den Digitalrat der Bundesregierung, ein Expertengremium zum Thema Digitalisierung. In der Öffentlichkeit bekannt wurde Suder, als die frühere Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sie von der Unternehmensberatung McKinsey abwarb und 2014 zur ersten Rüstungsstaatssekretärin im Verteidigungsministerium ernannte.

Die Berateraffäre der Bundeswehr

In der sogenannten Berateraffäre der Bundeswehr stand Suder im Zentrum der Kritik. Erst vor wenigen Monaten endete der Untersuchungsausschuss im Bundestag. Er stellte fest, dass im Ministerium Millionenaufträge an externe Berater regelwidrig vergeben worden waren, konnte aber nicht eindeutig ermitteln, wer dafür verantwortlich war. Suder hat sich bislang öffentlich nicht zu den Vorwürfen und ihrer Zeit im Verteidigungsministerium geäußert. In "Die Boss" sagt sie: "Ich habe da definitiv viel Herzblut, Zeit, Energie, Gehirnschmalz reingesteckt, aber ansonsten ist alles gesagt." Suder hatte ihr Amt schon 2018 auf eigenen Wunsch abgegeben.

Suder und Kraus haben vor Kurzem das gemeinsame Beratungsunternehmen TAE (Think Act Effect) gegründet, mit dem sie sich für mehr Frauen in Top-Positionen einsetzen. "Wir entwickeln erst dann Kraft, wenn wir viele sind", sagt Suder. Noch immer stellten Spitzenfrauen in bestimmten Branchen etwas Exotisches dar, das müsse sich ändern, sagt Kraus. Deutschland stehe angesichts der Coronakrise und der schleppenden Digitalisierung vor großen Herausforderungen. "Wir glauben, sie werden besser gelöst, wenn wir diversere Teams haben", sagt Suder. "Der einfachste Weg zu Diversity in Deutschland sind Frauen. Es gibt total viele von uns. Und wir sind eben noch nicht in den Entscheidungspositionen."

In "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (z.B. BMW, Deutsche Post DHL, Henkel) trifft Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karriere zu reden. "Die Boss" erscheint vierzehntäglich immer mittwochs auf stern.de und dem Youtube-Kanal des stern sowie auf Audio Now und allen gängigen Podcast-Plattformen.    


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