HOME
Interview

"Die Höhle der Löwen": Catch>>Up-Gründer Tobias Gerbracht: "Ideen kann man nicht planen"

Tobias Gerbracht hat Catch>>Up entwickelt, einen Aufsatz für Staubsauger, der eingesaugte Kleinteile herausfiltert. In der Höhle der Löwen sucht er nun einen Investor und Partner.

Von Alexander Langer

DHDL-Produkte: Nie wieder Geld im Staubsaugerbeutel suchen, geht das?

Tobias Gerbracht, wie wird man am schnellsten Erfinder?

Wichtig ist: nicht googlen! Nichts Fremdes vor Augen haben. Viele gucken im Internet nach bestehenden Konzepten, ich nicht. 

Catch Up in "Die Höhle der Löwen"

Catch Up- Gründer Tobias Gerbracht in "Die Höhle der Löwen"

MG RTL D

Was machen Sie stattdessen?

Erst mal erstelle ich für mich Ideen und wirre Konzepte, nur das macht mich völlig frei. Diese freie Herangehensweise hilft mir enorm. Und natürlich muss man mit offenen Augen durch die Welt gehen. Wie bei Catch Up: Da habe ich ein Problem erkannt, über das ich dann Stunden und Tage nachgedacht habe. Ich denke mir dann Lösungen aus und erkundige mich erst später im Internet, was es schon alles gibt.

"Die Höhle der Löwen" zum Lesen: Das Magazin zur Sendung erscheint pünktlich zum Start der fünften Staffel am 04. September 2018. Hier können Sie das Heft portofrei bestellen.

"Die Höhle der Löwen" zum Lesen: Das Magazin zur Sendung erscheint pünktlich zum Start der fünften Staffel am 04. September 2018. Hier können Sie das Heft portofrei bestellen.

Und? Gab es denn schon viel?

Ich muss sagen: In anderen Fällen hatte ich 80 oder 90 Ideen, die es bereits gab. Etwa ein Trainingsgerät für Handmuskeln, mit dem man sein Handy laden kann. Aber bei Catch>>Up war ich eben der erste, der auf die Idee kam, einen Filteraufsatz für fast alle Bodenstaubsauger mit Standard-Rundrohren zu designen, bei dem die Kleinteile aus dem Luftstrom herausgerissen werden. Die Technik steckt im Detail, ist quasi unsichtbar. So konnte ich auch ein Patent anmelden.

Sie haben zwei Mal " Forscht" gewinnen können, sogar in verschiedenen Kategorien: Vor zwei Jahren haben Sie eine Methode entwickelt, wie man Luftverschmutzung mit Stickoxiden messen kann. Letztes Jahr für einen Augmented-Reality-Projektor. Wie kommt man danach auf die Idee, ein vergleichsweise profanes Problem anzugehen?

Bei Jugend Forscht steht die Wissenschaft im Vordergrund, aber hier ging es mir darum, ein unmittelbares Problem zu lösen. Jedes Projekt hat Momente, an denen man schier verzweifelt, auch hier: Es war irrsinnig schwierig, ein Modell zu entwickeln, das nahezu an alle Herstellermodelle passt. Und ich weiß, dass man schnell sein muss. Es gibt viele Menschen auf der Welt, und die Umsetzung von Ideen geht immer schneller. Auch das war also eine Herausforderung: Probleme schnell, besser und jetzt sofort lösen 

Wie wichtig war "Die Höhle der Löwen" auf diesem Weg?

Seit ich vor ein paar Jahren auf die Gründer-Show gestoßen bin, wusste ich, dass die ein gutes Sprungbrett sein kann. Ich habe Ideen, was fehlt, sind strategische . Und "Die Höhle der Löwen" erinnerte mich ein bisschen an die vielen außerschulischen Projekte, in die ich mich früher verbissen habe. Ich mag es, wenn es bei einem Projekt keinen Lehrer gibt, den man am Ende nach der Lösung fragen kann. Stattdessen musste ich beobachten und um die Ecke denken. 

Um nochmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Das dauert dann wohl doch recht lange, was?

Ideen kann man nicht planen. Die kommen, und wenn die kommen, muss man die evaluieren. Nicht die erste Idee ist final, das ist ein langer, langer Prozess.

Aber man lernt schneller auszusieben?

Das stimmt. Irgendwann werden die Ideen pfiffiger. Und ich mag pfiffige Ideen. 

"Die Höhle der Löwen" zum Lesen: Das Magazin zur Sendung erscheint pünktlich zum Start der fünften Staffel am 04. September 2018. Hier können Sie das Heft portofrei bestellen.

"Die Höhle der Löwen" zum Lesen: Das Magazin zur Sendung erscheint pünktlich zum Start der fünften Staffel am 04. September 2018. Hier können Sie das Heft portofrei bestellen.

Themen in diesem Artikel