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"Die Höhlen der Löwen"-Kritik: Sportlich, sportlich, liebe Löwen!

In der vierten Show von "Die Höhle der Löwen" ging's sportlich zur Sache. Jochen Schweizer und Carsten Maschmeyer stellen ihre Fitness unter Beweis. Sexy wird es mit dem Unterwäsche-Start-up Sugarshape. Doch umgehauen hat die Löwen eine Malzaufstrich-Herstellerin.

Die Höhle der Löwen: Die vierte Sendung war sportlich - und sexy

Die Höhle der Löwen: Die vierte Sendung war nicht nur sportlich - sondern auch sexy

Bei "Die Höhle der Löwen" überzeugt in der vierten Folge vor allem eine Gründerin, die sich mit einer simplen, aber cleveren Idee aus einer Notsituation befreien wollte. Zunächst eine Frage: Was würden Sie machen, wenn Sie plötzlich in finanzielle Schieflage geraten? Zum Arbeitsamt gehen, putzen, Burger braten? Stefanie Tomljanovic hatte eine andere Idee: Als die Firma ihres Mannes mit nicht bezahlten Aufträgen in Not geriet, blieb nicht genug Arbeit für sie über. Und Geld schon gar nicht. Doch was machte Frau Tomljanovic? Sie fing an, Gelee einzukochen. Ja, richtig, Gelee, das man auf Brot schmiert. Das klingt wahnsinnig bodenständig in einem mitunter abgedrehten Gründer-Hipster-Universum. Sie entwickelte Malzit, einen Brotaufstrich aus Malz, allerdings ohne Alkohol. Kann so ein simples Produkt die Löwen locken?

Malzit punktet bei der "Die Höhle der Löwen"-Jury

Bevor das Produkt punktet, macht das die Gründerin. Mit zittriger Stimme und sichtbar hoher Anspannung wackelt sie sich durch den Pitch. Selbstsicher geht anders - doch offenbar packt genau diese ehrliche Art die Löwen. "Sie machen auf mich...", Jochen Schweizer stockt. Und überlegt. "... einen sehr guten Eindruck. Kompliment." Auch Carsten Maschmeyer, der nicht einsteigt, mag die Idee: "Ich finde Sie und Ihre Idee süß." In der Sendung hätte man schon Leute gehabt, die ganz andere Summen aufgerufen hätten - und noch nicht mal ein Produkt hatten, beginnt Judith Williams. Die Gründerin würde sich für 40.000 Euro von 30 Prozent der Anteile trennen. Doch auch Williams steigt aus. Genauso wie Thelen - er will schnell international wachsen. Das Geschäftsmodell würde gar nicht passen. "Heute steht eine gute Gründerin vor mir, die ganz viel erreicht hat", lobt er ihr Engagement. Und will dennoch nicht investieren. Es ist Jochen Schweizer, der der "bodenständigen, ehrlichen" Frau ein Angebot macht - und zwar ohne zu verhandeln. Und das nur, weil er die Gründerin "absichern" will, damit sie nicht ohne Deal nach Hause geht. 

"Mir wäre es eine Herzensangelegenheit Ihnen zu helfen", rollt Ralf Dümmel den Teppich für die Gründerin aus, nachdem auch er sie in höchsten Tönen gelobt hat. Und nun? Jochen Schweizer lässt Dümmel den Vortritt, da er der bessere Löwe für die Malzit-Erfinderin sei. 

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SugarShape: BHs in großen Größen

Wer die Mädels von Sugarshape besucht, kommt eigentlich kaum noch in die Wohnung. Überall stapeln sich BHs, in der Küche lagert Unterwäsche, im Flur warten Kartons auf den Versand. Die beiden Schwestern Sabrina Schönborn (35) und Laura Gollers (27) bieten Frauen BHs an, die passen - gerade in großen Größen. Ob die männerlastige Jury sich als Experten outen? Fast, Ralf Dümmel ist wenigstens ehrlich genug, sich als BH-Freund zu zeigen und mit breitem Grinsen die Models an sich vorbeilaufen zu lassen. "Mann, bin ich froh, Löwe zu sein", sagt er. Glauben wir ihm glatt!

Beim Investment zögern die Herren allerdings erwartungsgemäß. Jochen Schweizer zeigt sich ahnungslos, Ralf Dümmel ist die Unternehmensbewertung von fünf Millionen Euro zu saftig und für Carsten Maschmeyer sollen BHs "etwas Mystisches bleiben". Frank Thelen hatte schon früh abgewunken - und horcht plötzlich auf, als die Gründerinnen die Marktgröße verkünden. Jedes Jahr geben die Frauen in Deutschland drei Milliarden Euro für Bademode und Unterwäsche aus. "Drei Milliarden? Jesus!", keucht Thelen. Judith Williams steht auf und beugt sich zu Thelen: "Bist du sicher, dass du es dir nicht noch einmal überlegen willst?" Er überlegt es sich und gemeinsam mit Judith Williams steigt er mit insgesamt 500.000 Euro, allerdings für 20 Prozent, bei SugarShape ein. 

SensoPro sagt Nein

Alter ist Ansichtssache - vor allem bei Jochen Schweizer. Der 59-Jährige habe den Körper eines 25-Jährigen, bemerkt Judith Williams. Und das stellt der Unternehmer beim Pitch des Fitness-Geräts SensoPro direkt unter Beweis. Er balanciert auf den Gummibändern und vollführt noch direkt einen Klimmzug an den Stangen. Ja, das Gerät sei auch für das ältere Segment gedacht, bemerken die Gründer. Frank Thelen lacht sich schlapp, Judith Williams ist begeistert. Das scheint sogar Carsten Maschmeyer anzuspornen, der elegant aus seinen feinen Halbschuhen schlüpft und sich auf die Maschine wagt. Dort trippelt er auf den gespannten Bändern - und ist von dem Gerät angetan. Allerdings gibt es eine Hürde: Die Gründer Kaspar Schmocker (27), Florian Kuchen (27) und Jan Urfer (33) wollen 350.000 Euro für 10 Prozent haben. Da macht Maschmeyer nicht mit, er will 33 Prozent für den Betrag, die Jungs bieten aber nur 20 Prozent. Nach einer Beratungsrunde unter den Gründern steht fest: Sie sagen Nein. Mit hängenden Köpfen verlassen sie das Studio - ob sie sich diese Abfuhr gut überlegt haben?

Keine Asche für Holz-Start-up Fovea

"Was ist das?", will Judith Williams wissen. Das Set für den Gründer von Fovea ist schon aufgebaut, man sieht ein Piktogramm aus einem Handy und... Baumstämmen? Holz bei "Die Höhle der Löwen"? Tatsächlich hat Manfred Ide (31) aus Uslar eine App entwickelt, um die Forstwirtschaft zu revolutionieren. Schluss mit Baumstämmen zählen, die App übernimmt das alles und nutzt Geokoordinaten, um den Lageplatz des Holzes zu markieren. Das klingt erstmal - ja wie klingt das eigentlich? Das fragen sich offensichtlich auch die Löwen, weil Technik und Apps gleichzeitig, da ist die Schnittmenge von Interessierten klein. Aber auf Frank Thelen ist Verlass. Der Tech-Freund fragt interessiert (und offenbar vollkommen unverständlich für seine Mitlöwen: Dümmel starrt, Williams blinzelt) nach. Aber zahlt er 300.000 Euro für 7 Prozent der Firmenanteile? Nein, denn Frank Thelen mag große Märkte und Potenziale. Hier reicht ihm das nicht - und damit sind alle Löwen raus.

Dümmel steht auf den Schnarchkiller

Weg von alltagsferner Technik, hin zu alltäglichen Problemen. Daher eine Frage: Schnarchen Sie? Oder noch schlimmer: Schnarcht Ihr Partner? Das überlaute Geräusch in der Nacht ist ein Schlafkiller. Marcus Ruoff (46) hat daher den Nachtwächter erfunden, eine Art Rucksack, die verhindert, dass man auf dem Rücken liegt - und schnarcht. Okay, sexy geht anders (siehe die Ideen von SugarShape), aber wenn's hilft? Judith Williams klettet sich das Teil um und befindet, dass es wenigstens eine schlanke Figur mache. Na dann! Uninteressiert sind die Löwen nicht, allerdings schreckt sie der Verkaufspreis: 199 Euro verlangt der Gründer derzeit. Viel zu teuer, Frank Thelen bemüht wieder sein "Jesus!". Jochen Schweizer und Carsten Maschmeyer ist der Markt zu klein, sie steigen aus. Ralf Dümmel hingegen findet den Markt für Anti-Schnarcher-Produkte riesig - und greift zu: er blättert 200.000 Euro für 35 Prozent hin. 

Rote Karte für Kickbase 

Fußball geht ja immer - das dachten sich wohl auch die vier Gründer Anatol (28), Ante (30), Daniel (27) und Felix (34) von Kickbase. Die Idee der App: Man kann mit Freunden oder Arbeitskollegen eine Liga gründen, Fußballspieler virtuell einkaufen - und bekommt Punkte für deren Spiel bei den Bundesligaspielen. Die App verbindet also Fußball-Manager mit realen Bundesliga-Spielen. Klingt erstmal ganz gut, finden auch die Löwen. Doch die Unternehmensbewertung stößt der Jury auf, denn die Jungs wollen 600.000 Euro für 10 Prozent haben - gehen also davon aus, dass ihre Firma einen Wert von 6 Millionen Euro hat. Das stößt auf Unverständnis, denn bislang hat Kickbase "erst" 120.000 User. Für Frank Thelen ist das ein "Fail". Die Löwen sind nicht überzeugt - und watschen die Gründer ziemlich kritisch ab. Keiner steigt ein. "Zu hoch gepokert", ist dann auch ihr Fazit. "Bei den Zahlen haben wir uns klar verzettelt."

Was macht eigentlich Ralf Dümmel?

Wer sich gefragt hat, welche Rolle Ralf Dümmel eigentlich in der neuen Jury einnimmt, wurde in dieser Folge bestätigt: Er ist der Moderator, den es hier eigentlich gar nicht gibt. Dümmel macht den Klassensprecher der Jury, fasst zusammen, stellt Fragen, strafft die Organisation der Sendung. Sollte das mit DS Produkte schief gehen - das Fernsehen würde ihn bestimmt nehmen.

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