HOME
Interview

Milquino: Babymilch-Automat aus "Höhle der Löwen": Hipster-Quatsch oder Eltern-Erlösung?

Corina und Jochen Riedinger wollen gestressten Eltern viel Zeit ersparen: Sie haben einen Automaten entwickelt, der auf Knopfdruck Babyfläschchen zubereitet - und sich sogar per Handy-App steuern lässt.

Milquino

Trinkfertig ab Knopfdruck in einer Minute: Die Milquino-Babymilchvollautomaten kosten 239 Euro bzw. 279 Euro mit Wlan-Funktion

Hersteller

Als Eltern eines Kleinkindes wissen Corina und Jochen Riedinger, wie viel Zeit Mamis und Papis mit dem Zubereiten von Milchfläschchen verbringen. Das will das Unternehmerpärchen aus Dillingen an der Donau ändern. Maschinenbauingenieur Jochen konstruierte den Babymilch-Vollautomat Milquino, seine Frau Corina kümmert sich um das Marketing. Diesen Dienstag sind die Riedingers mit ihrem Gerät in der "Höhle der Löwen" zu sehen.

Frau Riedinger, wie kamen Sie auf die Idee zu Milquino und wie lange dauerte die Entwicklung?

Auf die Idee für den Milquino sind wir durch unseren Sohn gekommen, als dieser im Fläschchenalter war. Nach dem Umsteigen vom Stillen aufs Fläschchen war die Zubereitung eine ziemliche Herausforderung. Am schlimmsten war für uns das Vorausplanen, vor allem am Abend. Wasser abkochen, abfüllen, kaltes abgekochtes Wasser bereithalten, Pulver vordosieren und das dann nachts im Halbschlaf einigermaßen in der richtigen Temperatur zusammenmischen. Eines Morgens, als wir uns einen Kaffee aus unserem Vollautomaten herausließen, kam uns die Idee, dass die Fläschchenzubereitung genauso automatisch wie bei einem Kaffeevollautomaten funktionieren sollte. Von da ab wurde überlegt und entwickelt. Insgesamt dauerte es von der Planung bis zum fertigen Produkt zwei Jahre

Wie funktioniert der Automat?

Der Milquino ist ein vollautomatischer Babymilchzubereiter. Er bereitet das Babyfläschchen auf Knopfdruck in der perfekten Trinktemperatur zu. Dabei wird das Leitungswasser durch UV-Licht sterilisiert und Milchpulver und Wasser in der richtigen Menge direkt in die Flasche dosiert. 

Hygiene dürfte für Eltern ein entscheidender Punkt sein. Wie ist die gewährleistet? Und wie hoch ist der Reinigungsaufwand?

Da im Gerät keine Mischung von Wasser und Pulver stattfindet, bleibt alles sauber und hygienisch. Die Stellen, die gereinigt werden müssen (beispielsweise der Pulverauslass), sind leicht zugänglich und einfach sauber zu halten. Im Gerät selbst muss nichts gereinigt werden, da durch die Leitungen nur sterilisiertes Wasser fließt. Wir empfehlen, den Pulvertank cirka ein Mal pro Woche mit lauwarmem Wasser gründlich auszuspülen und zu trocknen. Der Reinigungsaufwand ist sehr gering.

Kann man jedes handelsübliche Babymilchpulver verwenden oder nur bestimmte?

Der Milquino ist in seinen Einstellungen äußerst flexibel und kann auf jedes handelsübliche Milchpulver eingestellt werden.

Vermischt sich das Milchpulver komplett mit dem Wasser oder muss man mit Rühren oder Schütteln nacharbeiten?

Um eine optimale Vermischung des Pulvers mit dem Wasser zu gewährleisten, empfehlen wir, die Flasche nach der Zubereitung umzurühren oder zu schütteln. Wir haben uns aus hygienischen Gründen bewusst gegen ein Vermischen im Gerät entschieden.

239 Euro für das Classic-Gerät bzw. 279 Euro für die Comfort-Variante mit Wlan-Funktion sind ein stolzer Preis - wie wollen Sie Eltern dazu bewegen, so viel Geld in die Hand zu nehmen?

Man macht als Eltern von einem Flaschenkind cirka 1800 Flaschen im ersten Jahr, bei Zwillingen locker das Doppelte. Der Milquino erleichtert die Fläschchenzubereitung im stressigen Babyalltag sehr. Es bedarf keinem Vorausplanen von Fläschchenmahlzeiten - Wasser abkochen, kaltes steriles Wasser bereitstellen und Pulverlöffel abzählen entfallen. Das Hantieren mit Thermoskannen etc. kann getrost entfallen. Auch für Freunde, Großeltern oder Babysitter ist es einfach, eine Flasche zuzubereiten. Keine langen Erklärungen, Zettel schreiben etc., dadurch verschafft man sich als Eltern auch wieder ein Stück Unabhängigkeit und weiß dennoch, dass während der eigenen Abwesenheit das Baby optimal versorgt wird.

Was sind Ihre weiteren Ziele und Pläne?

Wir machen auf jeden Fall mit Vollgas weiter! Unser Ziel ist es, den Milquino in alle Fläschchenhaushalte zu bringen, als genau so selbstverständliches Helferlein wie einen Sterilisator oder Kinderwagen. Wir wollen weiterhin in Deutschland produzieren und hier Arbeitsplätze schaffen. Die Expansion nach Europa wollen wir ebenfalls ausbauen.

Themen in diesem Artikel