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Chinesische Staatsreederei Medienbericht: Cosco zieht sich aus Duisburger Hafen zurück

Der Hafen in Duisburg
Der Hafen in Duisburg ist ein wichtiger Umschlagplatz für Container im europäischen Binnenland (Archivbild)
© Bernd Thissen / DPA
Das Ringen um eine chinesische Beteiligung am Hamburger Hafen sorgt für viel Aufsehen. Und auch im Duisburger Hafen war die Reederei Cosco am Bau eines Terminals beteiligt. Doch nun kam heraus: Die Anteile wurden still und heimlich verkauft.

Das zähe Ringen um eine Beteiligung des chinesischen Staatskonzerns Cosco am Hamburger Hafen hat in den vergangenen Tagen eine Diskussion um potentielle Abhängigkeiten ausgelöst. Doch der Hafen der Hansestadt ist nicht der einzige Ort, den Cosco schon seit längerer Zeit im Visier hat. Durch Chinas Streben, eine "neue Seidenstraße" zu bauen, ist insbesondere der größte Binnenhafen Deutschlands in Duisburg für Cosco interessant. Derzeit wird am "Duisport" ein neues Container-Terminal gebaut, ursprünglich mit Beteiligung der chinesischen Staatsreederei. Doch nun gibt es die Kehrtwende: Wie die Hafengesellschaft dem WDR auf Anfrage bestätigte, hat das chinesische Staatsunternehmen seine Anteile am Duisburger Hafen verkauft. Die "Rheinische Post" hatte zuerst über den Rückzug berichtet.

Anteile an Container-Terminal verkauft: Cosco zieht sich aus Duisburger Hafen zurück 

Die Diskussion um den Einstieg von Cosco am Duisburger Hafen weist Parallelen zur aktuellen Debatte um die Beteiligung am Hamburger Hafen auf. Auch in Duisburg warnten einige Experten vor zu großen Abhängigkeiten gegenüber China. Dennoch einigte man sich Anfang des Jahres darauf, ein Containerterminal am Duisburger Hafen zu bauen. Knapp 235.000 Quadratmeter groß, Kostenpunkt: 100 Millionen Euro. Das Projekt sollte das größte Hafenterminal im europäischen Binnenland werden. 

Cosco war an diesem Projekt mit 30 Prozent beteiligt. Seit des russischen Angriffs auf die Ukraine und der wiederkehrenden Drohgebärden Chinas gegenüber Taiwan kippte die Stimmung aber offenbar. Die Duisburger Hafengesellschaft hat die Anteile von Cosco laut "RP" schon im Juni übernommen – lange bevor überhaupt die Diskussion um die Beteiligung am Hamburger Hafen entstand. 

Gründe für den Verkauf sind nicht bekannt

Warum der chinesische Staatskonzern seine Anteile an die Hafengesellschaft abtrat, ist nicht bekannt. Beide Seite hätten hierüber Stillschweigen vereinbart. Auch zu den Gründen, warum der Verkauf erst jetzt öffentlich wird, äußerte man sich nicht.

Duisburg ist für China ein wichtiger Umschlagplatz im Projekt der "neuen Seidenstraße", das den internationalen Handel mit China ausbauen soll. Wie "tagesschau.de" berichtet, spielt China aber auch eine entscheidende Rolle für den Duisburger Hafen. Demnach kommen derzeit pro Woche 30 Züge nach Duisburg, um hier umgeschlagen zu werden.

Diese Kooperation wolle man "auf Augenhöhe" fortsetzen, teilte der Hafen mit und betonte, man arbeite mit zahlreichen internationalen Partnern zusammen, ohne sich in Abhängigkeiten zu begeben.

Quellen: "Rheinische Post", "tagesschau.de"

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