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Portfolio: Profitieren vom Luxus der Reichen

Die Reichen werden reicher - und Anleger haben die Chance, daran zu verdienen. In den vergangenen Wochen haben gleich zwei Anbieter Fonds auf den Markt gebracht, die ausschließlich in Hersteller von Luxusgütern investieren.

Von Christoph Hus und David Selbach

Credit Suisse Asset Management legte Anfang Juli den Global Prestige (ISIN LU0254360752) auf, die Commerzbank-Tochter Cominvest folgte am 27. Juli mit dem Deluxe-Fonds (ISIN LU0256866673). Der Ausgabeaufschlag beider Luxusfonds beträgt fünf Prozent. Cominvest verlangt eine Verwaltungsgebühr von 1,65 Prozent, Credit Suisse 1,92 Prozent. Ansonsten klingen die Konzepte ähnlich.

Giovanni Trombello, Manager des Cominvest-Fonds, steckt ein Drittel des Vermögens in Mode und Accessoires: Auf seiner Liste ganz oben stehen die Luxuskonzerne Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), Richemont und Swatch. Außerdem hat er Porsche im Portfolio, Finanztitel wie die Schweizer Banken Julius Bär und UBS sowie die Spirituosenhersteller Diageo und Rémy Cointreau. Konkurrentin Marjorie Sonigo von Credit Suisse setzt auch auf Christian Dior, Hermès und Modeschuhmacher Tod's.

Der Preis spielt die geringste Rolle

Der Vorteil von Luxusgüterproduzenten ist, dass ihr Geschäft von strukturell höheren Wachstumsraten profitiert", sagt Trombello. "Luxusgüter sind fast immer begehrt und damit weniger schwankungsanfällig." Denn die Hersteller von Designer-Handtaschen, Champagner oder Sportwagen bedienen eine weltweit wachsende, zahlungsbereite Klientel. Nach dem aktuellen World Wealth Report von Merrill Lynch und Cap Gemini ist die Zahl der High Net Worth Individuals (HNWI) mit einem Finanzvermögen von jeweils mehr als 1 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent gestiegen. Die 8,7 Millionen Millionäre besitzen insgesamt geschätzte 33.300 Milliarden US-Dollar.

Vor allem in China, Indien und Russland steigt die Zahl der HNWIs: allein in Indien 2005 um 19,3 Prozent, von 70.000 auf 83.000. In den boomenden Volkswirtschaften ist zugleich die Neigung besonders ausgeprägt, sich mit luxuriösen Statussymbolen aus Europa zu schmücken. Der Preis spielt dabei die geringste Rolle. "Die Nachfrage nach Luxusgütern hält auch bei steigenden Preisen an", sagt Fondsmanager Andy Lynch von der Investmentgesellschaft Schroders.

Kaum Risiken im Luxusgeschäft

Risiken sieht Cominvest-Manager Trombello in der Abhängigkeit des Luxusgeschäfts vom Dollar-Kurs und in der Frage, ob der Boom in China und den Schwellenländern anhält. Marjorie Sonigo, Managerin des Credit-Suisse-Fonds, ist da optimistisch: "Heute gibt ein chinesischer Mann sechs Monatsgehälter aus, um seiner Freundin eine Louis-Vuitton-Tasche zu kaufen. Und die Nachfrage nach Luxusgütern wächst jeden Tag."

Die meisten Anbieter seien gegen sinkende Dollar-Kurse abgesichert, die reiche Kundschaft reagiere zudem kaum auf steigende Zinsen oder geopolitische Krisen. Schätzungen von Credit Suisse zufolge betragen die Margen der Luxusanbieter bis zu 45 Prozent. "Eine Hermès-Tasche ist in den vergangenen 25 Jahren um 800 Prozent teurer geworden, eine Dose Kaviar um 1000 Prozent", sagt Sonigo.