Hintergrund Konkurrierende Rücknahmesysteme

4 plus x ist der aktuelle Stand - wegen konkurrierender Rücknahmesysteme wird die Dosenpfand-Situation nicht unbedingt übersichtlicher werden. Wir stellen die Systeme vor.

Am 1. Oktober endet die mit dem Handel vereinbarte Übergangsfrist für das Dosenpfand - nicht aber die Unsicherheit darüber, wo welche Dosen und Einweg-Verpackungen zurückgegeben werden können. Der Handel ist von Mittwoch an verpflichtet, alle Verpackungen zurückzunehmen, "die nach Art, Form und Größe den im eigenen Sortiment geführten Waren entsprechen." Allerdings wird dies nicht mit einem einheitlichen, sondern mit mehreren konkurrierenden Systemen vollzogen. Die wichtigsten davon sind:

- Das P-System der Firma Lekkerland-Tobaccoland:

Es erstreckt sich auf etwa 70.000 angeschlossene Verkaufsstellen, vor allem Tankstellen, Kioske, Tabakgeschäfte, Bäckereien, Kantinen etc. Über 60 Hersteller mit 230 Artikeln beteiligen sich. Zur Kennzeichnung der Verpackungen wird ein 'P-Pfandlogo' verwendet. Die Verbraucher können das Leergut zu allen Verkaufsstellen, die solche Verpackungen vertreiben, zurückbringen. Dies funktioniert ohne Zettel, Chips oder Coupons.

- Vfw AG: Das Kölner Logistik-Unternehmen versteht sich als Bindeglied zwischen Hersteller, Handel und Lieferanten. Bisher haben sich unter anderem die Spar-Gruppe und regionale Großhändler angeschlossen. Hier gibt es für eine Übergangszeit bis zum 1. Oktober 2004 wieder verwendbare Pfandmarken.

- AVR/Eurodeposit:

Kern des Konzepts der Berliner Firma ist ein Clearingsystem, ein Netz von Rücknahmeautomaten und die Kennzeichnung der Dosen und Flaschen mit einem fälschungssicheren Metall-Faden. Die Rücknahmeautomaten werden von einem Spezialunternehmen betrieben. In den meisten Fällen erhält der Kunde am Automaten einen Bon, den er an der Kasse des Händlers einlöst.

- Westpfand/Interseroh:

Das System beschränkt sich bisher auf regionale Marken im Raum Köln, soll aber kurzfristig bundesweit ausgebaut werden. Hier ist ein Hinweis aufgedruckt, dass es sich um Pfandverpackung handelt.

- "Insellösungen":

Große Handelsunternehmen wie Aldi, Lidl und Plus mit insgesamt 20.000 Verkaufsstellen werden jeweils eigene typische Verpackungen entwickeln, die sich in Form und Größe von denen anderer Anbieter unterscheiden. Damit sind sie nicht verpflichtet, Dosen und Gebinde anderer Ketten und Hersteller zurückzunehmen. Die Discounter haben einen Anteil von über 70 Prozent am Einweg-Markt. Märkte unter 200 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen nur Verpackungen von Marken zurücknehmen, die sie auch verkaufen.


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