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Immobilienpreise: So teuer sind Deutschlands vier Wände

Zwischen 1500 und 3500 Euro pro Quadratmeter: Die Hauspreise in Deutschland unterscheiden sich gewaltig, je nachdem, wo man wohnt. Die Stiftung Warentest hat jetzt detaillierte Zahlen veröffentlicht.

Von Tanja Vedder

Lage, aber nicht nur, bestimmt den Preis Ihres Traumhauses

Lage, aber nicht nur, bestimmt den Preis Ihres Traumhauses

Stotternde Aktienmärkte, das Ringen um die Eurozone, Schuldenkrise in den USA: Die Deutschen sind zunehmend verunsichert und flüchten in die harte Währung Immobilien. Dass sich das trotz steigender Verkaufspreise immer noch lohnt, ist den zurzeit günstigen Zinsen zu verdanken. Doch wer auf die Suche nach seiner Traum-Behausung geht, wird extreme regionale Unterschiede feststellen. Und das hat vielerlei Gründe, wie die Stiftung Warentest jetzt bei einem bundesweiten Preisvergleich festgestellt hat. Die Tester haben sich einmal die Datenbank des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) näher angeschaut. Die darin verzeichneten Immobilien wurden mit Krediten der vdp-Migliedsbanken finanziert. Das heißt: Es lässt sich daran ablesen, wie viel die Bundesbürger tatsächlich für ihre eigenen vier Wände bezahlt haben.

Teures Pflaster in den Metropolen

Besonders teuer ist es in Ballungsräumen. In den Metropolen München, Düsseldorf, Frankfurt am Main und sogar in Freiburg zahlen Immobilienkäufer inzwischen mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter. Auch in Hamburg, Berlin, Nürnberg und Köln liegen die Quadratmeterpreise noch bei 2500 bis 3000 Euro. Doch in vielen Regionen Deutschlands ist ein Haus oder eine Wohnung deutlich günstiger zu haben: Die Warentester machten ein starkes Preisgefälle von Süd nach Nord und von West nach Ost aus. Vor allem im Osten der Bundesrepublik müssen Häuslekäufer meist nur mit bis zu 1500 Euro für den Quadratmeter rechnen. Ebenso günstig wird es in vielen Teilen Niedersachsens und in Nordhessen. Wer wissen will, wie teuer der Immobilienerwerb in seiner Heimatregion wird, kann dies auf einer entsprechend aufbereiteten Deutschlandkarte von Warentest überprüfen.

Preisaufschläge für sehr gute Lagen

Doch laut Warentest ist es nicht nur die Lage, die über darüber entscheidet, wie teuer Haus oder Wohnung den Käufer letztlich zu stehen kommen. Auch das Drumherum drückt oder hebt den Preis. So spielten beispielsweise Bauqualität und Wohnkomfort eine wichtige Rolle. Die Käufer achteten aber auch auf eine solide Bausubstanz, einen praktischen Grundriss, geräumige Bäder, eine moderne Haustechnik und geringe Energiekosten. Preiskiller dagegen seien Lärm, Abgase oder hässliche Betonklötze im Umfeld der Immobilie sowie etwa fehlende Einkaufsmöglichkeiten.

Wer ein Haus in guter Lage sucht, wird sich auch nach Ärzten und Geschäften umschauen. Kriterium seien aber auch soziale und kulturelle Einrichtungen sowie – insbesondere für Familien – Schulen und Kindergärten in der Nähe. Für all das werden oftmals deftige Preisaufschläge fällig. Einfamilienhäuser in sehr guten Lagen kosteten den Berechnungen zufolge im Schnitt fast 20 Prozent mehr als in mittleren Lagen, bei Eigentumswohnungen betrage der Aufschlag sogar 30 Prozent.

So viel kostet Sie die Kreditrate

Angehende Hauskäufer sollten außerdem bedenken, dass zu den reinen Kaufkosten noch sogenannte Kaufnebenkosten hinzukommen, also Grunderwerbssteuer sowie Gebühren für Makler, Notar und Grundbucheintrag. Auch diese Kosten fallen regional sehr unterschiedlich aus. Warentest hat daher einmal exemplarisch für 21 Städte durchgerechnet, wie hoch dort die monatlichen Kreditraten für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche ausfallen. Annahme: Der Käufer bringt 100.000 Euro Eigenkapital mit und tilgt bei einem Kreditzinssatz von 4,5 Prozent monatlich 1,5 Prozent der Kreditsumme.

Für eine sehr gute Lage in München müsste die Familie dann mit einer monatlichen Kreditrate von knapp 3500 Euro rechnen, in Berlin wären es "nur" noch 1820 Euro und in Hamburg 1730 Euro. In Leipzig dagegen würden für ein solches Haus 880 Euro als Kreditrate fällig, in Erfurt noch 820 Euro – und richtig günstig wird es in Magdeburg. Dort zahlt der Kreditnehmer monatlich 590 Euro. Aufzuaddieren sind überall noch laufende Betriebskosten plus Instandhaltungsrücklagen von etwa 300 bis 450 Euro. Fazit: Auf nach Magdeburg!