HOME

"32 Grad und nichts zu trinken": Bewerber berichten über die schlimmsten Erlebnisse im Vorstellungsgespräch

Die einen mussten stundenlang warten, die anderen bekamen nichts zu trinken: In einer aktuellen Umfrage berichten Bewerber über ihre schlimmsten Erlebnisse im Vorstellungsgespräch. 

Bewerbungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch erleben Bewerber so allerhand

Von Bewerbern erwarten Unternehmen selbstverständlich, dass sie perfekt vorbereitet ins Vorstellungsgespräch gehen und sich von ihrer besten Seite zeigen. Umgekehrt ist das offenbar nicht immer der Fall, wie Umfrageergebnisse der Recruitingplattform Softgarden zeigen, die dem stern vorab vorliegen. Die Mehrheit der 1186 befragten Bewerber berichtete zwar von höflichen Personalern und einer guten Gesprächsatmosphäre. Einige haben aber Erlebnisse hinter sich, die einen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen.

+++ Sie haben selbst eine Geschichte aus einem Bewerbungsgespräch auf Lager? Schreiben Sie uns an achtungkunde@stern.de +++

Bewerbungsgespräch - die größten Ärgernisse

Hier sind die Punkte, die Bewerbern am häufigsten unangenehm aufstießen:

Ärgernis 1: Unpünktliche Gesprächspartner 

Als Bewerber unpünktlich zu erscheinen, ist ein absolutes No-Go. Andersherum kommt das gar nicht mal so selten vor. Immerhin 15,5 Prozent der befragten Bewerber berichten, dass die Gesprächspartner unpünktlich erschienen oder der Ablauf nicht reibungslos gewesen sei. Manche Bewerber mussten eine Viertelstunde, andere eine halbe oder sogar Dreiviertelstunde schmoren, bis sie endlich zum Jobinterview gebeten wurden. Auch dass das Gespräch wegen eines Anrufs unterbrochen wurde, kam vor.

Ärgernis 2: Nichts zu trinken bekommen

Dass man seinem Gast etwas zu trinken anbietet, gehört eigentlich zu den Grundformen der Höflichkeit. Das hat sich offenbar nicht bis zu jedem Arbeitgeber herumgesprochen, wie mehrere Umfrageteilnehmer berichten. "32 Grad, Gespräch in der fünften Etage, nichts zu trinken angeboten bekommen", beschwert sich ein Bewerber. "Alle bekamen Wasser außer mir", schreibt ein anderer. Und bei einem dritten Bewerber gab es zwar etwas zu trinken, aber aus unerfindlichen Gründen nicht für jeden das gleiche: "Mir bot man ein stilles Wasser an, der Personalchef nahm sich eine Coke. Es war ein sehr heißer Tag und ich fragte mich, ob dahinter irgendeine Taktik sei." 

No-Gos bei der Jobsuche: Diese Fehler sollten Sie im Bewerbungsgespräch vermeiden

Ärgernis 3: Bewerbungsunterlagen nicht gelesen

Mehr als 14 Prozent hatten es mit Gesprächspartnern zu tun, die nicht gut vorbereitet waren, die Bewerbungsunterlagen nicht vernünftig gelesen hatten oder gar nicht wussten, wer da vor ihnen sitzt. Ein Kandidat berichtete, er sei mit dem falschen Nachnamen angesprochen worden, ein anderer erlebte ein Art Last-Minute-Vorbereitung: "Der Lebenslauf wurde erst in dem Moment ausgedruckt, in dem ich das Büro betrat. Vorher hatte nur HR diesen gelesen und nicht mein eigentlicher Chef."

Ärgernis 4: Fehlende Infos zu Tätigkeit und Gehalt

Im Vorstellungsgespräch will nicht nur der Arbeitgeber den potenziellen Angestellten kennenlernen. Der Bewerber will umgekehrt auch Genaueres über die ausgeschriebene Stelle wissen. Das klappt leider nicht immer: Knapp 17 Prozent geben an, dass das Gespräch keinen sonderlich hohen Informationswert hatte. Ausgerechnet bei den beiden zentralen Themen Arbeitsinhalte und Gehalt blieben bei vielen Bewerbern im Gespräch Fragen offen. Die Bewerber bemängeln "zu wenig Informationen zu der vakanten Position", ein Arbeitgeber habe nicht gewusst, "welche Tätigkeiten die offene Stelle beinhalten soll". Andere kritisieren, dass "auf die Gehaltsvorstellungen nicht eingegangen wurde" beziehungsweise "keine Gehaltsangaben gemacht werden konnten".

Ärgernis 5: Falsche Versprechungen

Bei anderen Bewerbern bestand das Problem darin, dass zwar konkrete Dinge besprochen wurden, die sich aber später im Arbeitsalltag ganz anders darstellten. Um einen Kandidaten ins Boot zu holen, wecken offenbar manche Arbeitgeber beim Bewerber zu hohe Erwartungen, wie die folgenden Zitate aus der Umfrage zeigen: "Sachen wurden versprochen und nicht eingehalten", schreibt einer. "Die tatsächlichen Aufgaben hatten wenig mit den im Gespräch vermittelten Aufgaben gemein", ein anderer. "Das besprochene Aufgabenprofil stimmte nicht mit der tatsächlichen Arbeit überein." Und: "Leider wurden die besprochenen Inhalte des Bewerbungsgesprächs nicht in die Tat umgesetzt, was auch der Grund ist, warum ich mich beruflich neu orientieren möchte.

Ärgernis 6: Wir melden uns - nicht 

Das wahrscheinlich Deprimierendste an einem Bewerbungsgespräch: wenn man hinterher einfach nichts mehr vom Arbeitgeber hört. Immerhin haben beide Seiten Zeit und Mühe in den Termin gesteckt. Einige Bewerber kritisieren "mangelnde Kommunikation im Nachgang" und dass die "Rückmeldung nicht wie besprochen erfolgte". Ein anderer schreibt: "Es wurde versprochen, sich innerhalb einer Woche zu melden. Dies passierte nicht. Nach 14 Tagen habe ich nachgefragt und man hat mir eine schriftliche Absage geschickt mit dem Hinweis, auch andere Abteilungen haben keinen Bedarf."

+++ Sie haben selbst eine Geschichte aus einem Bewerbungsgespräch auf Lager? Schreiben Sie uns an achtungkunde@stern.de +++

Tipps für die Jobsuche: Mit diesen Fragen punkten Sie beim Bewerbungsgespräch
Themen in diesem Artikel