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Einkommen: Bezüge von Managern international in der Kritik

Die Einkünfte von Top-Wirtschaftsmanagern sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern in der Kritik.

In den Niederlanden erinnerte der christdemokratische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende unlängst die Spitzenmanager daran, dass sie eine Vorbildfunktion hätten und sich auf einen Verhaltenscodex einigen sollten. Empfehlungen einer Regierungs- Kommission wurden nach Einwänden der Wirtschaft abgeschwächt. Speziell die Entlohnung des Ahold-Spitzenmanagers Anders Moberg, dem der finanziell angeschlagene Supermarktkonzern ein Jahressalär von 1,5 Millionen Euro gewährte, das mit Prämien und Aktien bis auf zehn Millionen Euro steigen kann, löste hitzige Debatten aus.

In Großbritannien gibt es ebenfalls eine Debatte über die Gehälter der "fat cats" (dicken Katzen), wie die bestbezahlten Industriekapitäne genannt werden. Im Mai verweigerten die Aktionäre des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline dem Vorstandschef Jean-Pierre Garnier ein Abfindungspaket von fast 31 Millionen Euro. Nach einer Erhebung des "Independent" sind die Einkommen der Chefs der 100 größten Firmen Großbritanniens im vergangenen Jahr durchschnittlich um neun Prozent auf 2,4 Millionen Euro gestiegen. Der inzwischen zurückgetretene Vodafone-Chef Chris Gent lag 2002 mit einem Jahreseinkommen von 5,2 Millionen Euro an der Spitze.

In Spanien und Frankreich sind Abfindungen in der Kritik

Die Höhe von Manager-Gehältern wird in Frankreich nicht kritisiert, wohl aber die "goldenen Fallschirme", die Abfindungen. Diese Diskussion wurde durch den früheren Vivendi- Universal-Chef Jean-Marie Messier angeheizt. Er brachte das Unternehmen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit und streitet vor Gericht um die Abfindung von über 20 Millionen Euro.

Auch in Spanien lösten Abfindungen Kontroversen aus. So erhielt der einstige Vizepräsident der Großbank BSCH Angel Corcóstegui vor zwei Jahren 108 Millionen Euro, der frühere Co-Präsident José María Amusàtegui 43,7 Millionen Euro, die jeweils als Pension deklariert wurden. Vor Gericht rechtfertigte Corcóstegui die Summe mit dem "unerträglichen Stress" seines Jobs.

Schröder: Manager-Gehälter künftig strikt an den Unternehmenserfolg koppeln

Der Chef der New Yorker Börse (NYSE) Richard Grasso gab im Herbst seinen Posten auf, nachdem bekannt geworden war, dass er insgesamt 188 Millionen Dollar für Altersversorgung, Gehalt, Ersparnisse und sonstige Ansprüche bekommen sollte.

Der frühere Vorstands- und Aufsichtsratschef des schweizerisch-schwedischen ABB-Konzerns, Percy Barnevik, verzichtete nach scharfer Kritik an seinen Pensionszahlungen von 149 Millionen Franken auf mehr als die Hälfte des Betrags. Sein Nachfolger Göran Lindahl hatte zugleich auf 47 Millionen der ihm zustehenden 90 Millionen Franken verzichtet. Diese Summen hatten angesichts der finanziellen Probleme des Unternehmens heftige Empörung ausgelöst.

Am Wochenende hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für den strikten Zusammenhang zwischen der Bezahlung eines Vorstands und dem Erfolg eines Unternehmens plädiert. Entscheidende Kriterien seien dabei nicht nur der Gewinn, sondern auch die Frage, wie das Unternehmen mit seinen Beschäftigten umgehe.

DPA