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Mehr Freiheit im Job: Die Homeoffice-Revolution bei Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat seinen Mitarbeiter versprochen: "Ich will die Arbeit für euch schöner machen!" Künftig dürfen sie nun zuhause, im Café oder im Park arbeiten. Doch andere Arbeitgeber tun sich noch schwer mit diesem Schritt.

Von Silke Gronwald

Arbeiten, wo man will: Daimler krempelt die Firmenphilosophie um.

Arbeiten, wo man will: Daimler krempelt die Firmenphilosophie um.

Grenzenlos frei, selbstbestimmt, flexibel – arbeiten, wo und wann es gerade passt, so stellen sich die Daimler-Beschäftigten den idealen Joballtag vor. 80 Prozent der Befragten wünschen sich mehr zeitliche und räumliche Autonomie. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Online-Untersuchung des Stuttgarter Autokonzerns. Das Unternehmen befragte 82.500 Angestellte aus Verwaltung und Entwicklung, zu ihren Wünschen vom modernen Arbeiten – ein in dieser Größenordnung ziemlich einmaliges Projekt in Deutschland.

Neue Anreizsysteme schaffen

Die Botschaft von Auto-Boss Dieter Zetsche an seine Leute: "Ich höre euch zu. Ich will die Arbeit für Euch schöner machen." Der Hochleistungsmanager, der von sich selbst sagt, er sei alles andere als ein Workaholic, hat großes vor.

Mehr als nur bessere Büros, flachere Hierarchien und neue Anreizsysteme. Nein, er will eine komplett neue Firmenphilosophie. "Hierarchiestruktur, Meetingkultur, Leistungsbewertung – alles kommt auf den Prüfstand", kündigte er an. Eine Revolution in dem traditionell genauso autoritären wie hierarchiegläubigen Konzern. Am Ende soll eine Betriebsvereinbarung zwischen Bossen und Belegschaft geschlossen werden "die weit ins nächste Jahrzehnt hineinreicht", sagt Personalchef Wilfried Porth, der das Projekt gemeinsam mit dem Betriebsrat vorantreibt, dem stern. In den nächsten Wochen soll die Vereinbarung stehen.


Mehr Freiheiten gewünscht

Mit ihrem Wunsch nach mehr Freiheit im Job unterscheidet sich die Daimler-Belegschaft nicht groß vom Rest des deutschen Arbeitnehmervolkes. Das würde auch mehrheitlich gerne zu Hause werkeln – zumindest teilweise - so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Die Realität sieht allerdings anders aus. Tatsächlich macht noch nicht mal jeder Zehnte Homeoffice, obwohl es bei 40 Prozent der Fälle theoretisch möglich wäre. Meist scheitert der Wunsch nach Rückzug an den heimischen Schreibtisch nämlich an den Arbeitgebern, die noch in alten Traditionen verhaftet sind. Doch die bekommen zunehmend Druck von ihren Angestellten.

Mehr über das Projekt und wie auch Sie mehr Freiheit im Job gewinnen, lesen Sie im neuen stern.

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