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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Erinnerung an einen ewigen Leuchtturm der Kinderliteratur

Es gibt Autoren, deren Kinderbücher überdauern alle Zeiten. Einer dieser Leuchttürme ist für Frank Behrendt James Krüss. Er wurde am 31. Mai 1926 auf Helgoland geboren. Eine kleine Hommage zum Geburtstag.

Leuchtturm auf der Helgoländer Düne, die Nordseeinsel war die Heimat von James Krüss

Leuchtturm auf der Helgoländer Düne, die Nordseeinsel war die Heimat von James Krüss

Getty Images

Als ich in den 70er Jahren bei einem Schulfest an meiner Grundschule in Rio de Janeiro auf die Bühne trat, hatte ich ganz schönes Lampenfieber. Ein vollbesetzter Raum voller Eltern und Lehrer, ein heller Strahler war auf die Mitte des mit grünem Samt verkleideten Holzpodestes gerichtet. Mein Kopf glühte. Aber kaum war ich dran, verschwand alle Aufregung wie von Zauberhand.

Wahrscheinlich lag es am Gedicht, das ich vortrug: "Der Zauberer Korinthe" von James Krüss. Geschrieben mit einem begnadeten Sprach- und Rhythmusgefühl trug einen der Singsang wie die Wellen ein Schiff übers Meer. Ich kann den Text noch heute im Schlaf aufsagen, vor allem den wiederkehrenden Refrain: "Da schmunzelte der Zauberer Kori, Kora, Korinthe und schwamm durchs ganze Tintenfass und trank ein bisschen Tinte."

Der Mann, der diese und viele weitere humorige Zeilen erdacht hatte, hieß mit vollem Namen James Jacob Hinrich Krüss. Den ungewöhnlichen ersten Vornamen hatten ihm seine Eltern als Erinnerung an die englische Vergangenheit der kleinen Insel in der Nordsee gegeben. "Auf dem roten Felsen", wie das idyllische Eiland auch genannt wird, war ich selbst oft mit meinen Eltern und inzwischen auch mit meinen eigenen Kindern. Ein wunderbarer Ort. Der kleine James liebte sein Leben am Meer, fischte nach Hering und Hummer und fing schon früh an zu reimen.

Als er 16 war, musste die Inselbevölkerung kriegsbedingt Helgoland verlassen. Nach verschiedenen Stationen landete er als frischgebackener Lehrer in München. Dort lernte er den Autor Erich Kästner kennen, der den jungen Kollegen ermutigte, auch für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Das tat er.

Zunächst versuchte sich Krüss an Kinderhörspielen und Gedichten, die regelmäßig in der Süddeutschen Zeitung erschienen. 1956 schrieb er sein erstes Kinderbuch, das direkt ein Erfolg wurde: "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen". Viele weitere folgten. Darunter auch der Klassiker "Timm Thaler und das verkaufte Lachen". Die TV-Serie mit dem jungen Tommi Ohrner in der Titelrolle und Horst Frank als griesgrämigem Baron de Lefouet war 1979 ein echter Straßenfeger.

James Krüss hat oft und gerne gelacht und sein ganzes Leben lang viel geschrieben. Sein Werk umfasst rund 160 Romane, Erzählungen, Hörspiele und Gedichte. Seine Bücher wurden in 41 Sprachen übersetzt und er bekam zahlreiche nationale und internationale Preise. An seinem 60. Geburtstag wurde er Ehrenbürger der Insel Helgoland. Dort gibt es auch ein schnuckeliges Museum, das Kirsten Rickmers-Liebau, die Nichte des Autors, eingerichtet hat. Unter anderem findet sich dort ein Briefwechsel mit einer weiteren Ikone der Kinderliteratur - Astrid Lindgren.

1997 ist James Krüss im Alter von 71 Jahren auf der Insel Gran Canaria gestorben, wo er die letzten Jahre seines Lebens unter spanischer Sonne verbrachte. Sein letzter Wunsch war es allerdings, in der Nähe seiner geliebten Heimatinsel in der Nordsee die letzte Ruhe zu finden. Und so wurde er vor Helgoland auf See bestattet.

Als meine Kinder mir beim Schreiben dieser stern-Stimme über die Schulter schauten, hatten sie viel Spaß am lustigen Wort-Zauberer Korinthe. Und so lasen wir diese meisterhaft gereimten Verse abwechselnd vor. Meine Tochter Holly sprach feierlich: "Einst schrieb der Kaiser Fortunat mit Si, mit Sa, mit Siegel: Der Kerl, der mich verspottet hat, kommt hinter Schloss und Riegel." Mein Sohn Josh schmetterte: "Heut schrieb der Kaufmann Steenebarg aus Bri, aus Bra, aus Bremen an seinen Sohn in Dänemark: Du solltest dich was schämen."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(