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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Eine Kreuzfahrt auf dem Traumschiff der Erinnerungen

Der morgendliche Hundegang am Kölner Rheinufer gehört für Frank Behrendt zu seinen absoluten "Moments of Excellence". Kürzlich traf er dort eine ältere Dame, die auch gerne ans Wasser geht, weil sie sich dort ihrem verstorbenen Mann und den gemeinsamen Reisen besonders nah fühlt.

Kreuzfahrtschiff auf dem Nil

Kreuzfahrtschiff auf dem Nil

Getty Images

Die Seniorin mit dem Rollator stand an der gemauerten Uferpromenade am Rheinufer in Köln-Rodenkirchen und lächelte, als sie meine kleine französische Bulldogge "Fee" sah, die zappelig voller Vorfreude dem Strand entgegenstrebte. Als ich nach einer ausgiebigen Spielrunde mit Hund und zerfetztem Ball die Treppenstufen an der imposanten Trauerweide wieder emporstieg, stand sie immer noch da und blickte aufs Wasser. Das Licht war wunderbar, die Luft kalt und klar, ein Frachtschiff mit dem Namen "Euforie" aus den Niederlanden fuhr langsam vorbei.

Mein Hund schnüffelte am Fellstiefel der Dame, die sichtlich Spaß an der fröhlichen Fellnase mit ihrer sandigen Schnauze hatte. Ich fragte, warum sie schon so früh am Rheinufer unterwegs war. Sie erklärte es mir. Mit ihrem verstorbenen Mann hatte sie einst die Welt bereist und zwar bevorzugt entlang von berühmten Flüssen. Einer ihrer vielen Trips führte die beiden in den Wilden Westen nach Texas.

In den "Great Plains", in der Nähe der Grenze zu New Mexico, sahen sie sich die Mündung des "Red River" an. Der war Namensgeber des gleichnamigen Films, in dem der legendäre Cowboy-Haudegen John Wayne ein paar tausend Longhorn-Rinder des Geldes wegen nach Missouri trieb. Eine andere Tour führte die zwei zum Mississippi. Dort hatte Mark Twain seine Abenteuergeschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn angesiedelt. Auch wenn es den fiktiven Ort des Romans - St. Petersburg - in Wirklichkeit an dem weltbekannten Strom gar nicht gab, war die damalige Reise nach New Orleans und Umgebung die Erfüllung eines weiteren Traumes für das Ehepaar gewesen.

Einen letzten Fluss hätte meine Gesprächspartnerin mit ihrem Mann gerne noch besucht: den Nil. Sie hatten die Reise seinerzeit schon im Detail geplant, inspiriert von Agatha Christies weltbekanntem Krimi. In Ägypten unternimmt Meisterdetektiv Hercule Poirot auch eine Nildampferfahrt. So eine hätten die beiden Fluss-Fans dort auch gerne gemacht. Das Schicksal wollte es anders.

Aber wenn sie den vorbeifahrenden Schiffen auf dem Rhein nachschaut, checkt die Frau mit den kurzen weißen Haaren immer auf dem Traumschiff der Erinnerungen ein. Ich verabschiede mich und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen. Zum Abschied gab sie mir noch einen Lieblingsspruch ihres Mannes mit auf den Weg. Er stammt vom griechischen Philosophen Heraklit. Ich kenne ihn gut, denn auch mein Vater hat ihn oft zitiert: "Alles fließt, nichts bleibt." 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.