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Statt Gehaltserhöhung: Kita, Versicherung, Handys: Wann sich steuerfreie Sachleistungen vom Chef lohnen

Die Kitagebühren, Fortbildungskurse oder private Zusatzversicherungen: Chefs können Mitarbeitern statt einer Gehaltserhöhung auch alltägliche Ausgaben abnehmen. Das kann sich lohnen. 

Sachleistungen vom Arbeitgeber

Sachleistungen vom Arbeitgeber - darauf müssen Sie achten

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Wer eine Gehaltserhöhung raushandeln konnte, kann sich freuen - oder? Leider nicht immer, denn Steuern und Abgaben zur Sozialversicherung können das Plus sehr schnell abschmelzen lassen. Dahinter steckt die kalte Progression, die dafür sorgt, dass vom Einkommen so viel abgezogen wird, das unterm Strich sogar weniger übrig bleibt. Doch bevor die Gehaltserhöhung aus diesem Grund abgelehnt wird - es gibt eine Lösung.

Sachleistungen vom Arbeitgeber sind eine willkommene Alternative, denn sie bleiben komplett steuer- und sozialabgabenfrei - solange einige Dinge beachtet werden. Denn der Vorteil, der sich für den Arbeitgeber durch diese Sachleistungen ergibt, darf die Freigrenze von monatlich 44 Euro (528 Euro im Jahr) nicht übersteigen.

Krankenzusatzversicherung als Sachleistung

Das klingt erstmal nach nicht so viel. Was kann man schon für 44 Euro finanzieren? Zum Beispiel eine Krankenzusatzversicherung. Ob nun die Einzelbett-Behandlung im Krankenhaus, eine Zahnzusatzversicherung oder alternative Therapiemethoden - all das kann auch vom Arbeitgeber gezahlt werden. Hier sollte man allerdings aufs Detail achten, mahnt auch das "Handelsblatt". Denn ein Sachbezug (und somit die steuerfreie Variante) liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Sache, nicht aber auf den Barlohn hat, urteilte auch der Bundesfinanzhof. Das bedeutet bei der Versicherung als Sachleistung: Der Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber, der die Police für seinen Angestellten abschließt und die Kosten dafür auch direkt bezahlt. Schiebt er nur einen Geldbetrag rüber und der Arbeitnehmer zahlt die Versicherung, handelt es sich um Barlohn - und der muss voll versteuert werden und auch Sozialabgaben werden fällig. Wichtig ist also der Geldfluss.

Aber auch andere Zuschüsse sind möglich - zum Beispiel zur Gesundheitsförderung. Jährlich kann der Arbeitgeber bis zu 500 Euro steuerfrei für solche Maßnahmen ausgeben. Allerdings müssen diese in den Leitfäden der Krankenkassen verankert sein. Das Fitness-Studio zählt dazu nicht, ein Kurs für die Rückengesundheit schon. Arbeitnehmer bekommen bei ihren Krankenkassen Infos dazu.

Kita-Gebühren bezuschussen

Auch ein Zuschuss zur Kinderbetreuung ist denkbar. Wenn der Arbeitgeber sich an den Kita- oder Tagesmutter-Kosten beteiligt, können sogar höhere Beträge abgabenfrei bleiben. Dabei muss klar ein Betreuungszuschuss statt einer Gehaltserhöhung erkennbar sein. Infos dazu gibt es beim Familienministerium. Eine weitere Möglichkeit ist ein Zuschuss zu Handy-Kosten. Der Arbeitgeber kann 20 Prozent (maximal 20 Euro im Monat) der privaten Handy-Rechnung übernehmen, wenn das Telefon auch dienstlich genutzt wird.

Auch das Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel ist ein denkbares Goodie. Oder ein Zuschuss zum Essen - gerade, wenn es keine Kantine gibt. Hier können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern bis zu 93 Euro in Form von Essensschecks, die in Restaurants, aber auch in vielen Supermärkten, eingelöst werden können, zukommen lassen.