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Luftfahrt: Zeigt her eure Preise

Nach Beschwerden hunderter Bürger wird die EU-Kommission aktiv: Sie will von 18 Fluggesellschaften wissen, warum Ticketpreise für die selben Flugverbindungen von Land zu Land mitunter stark variieren.

Nach Beschwerden hunderter EU-Bürger hat Brüssel die Preise für Flugtickets in Europa ins Visier genommen. Die Deutsche Lufthansa und 17 andere Gesellschaften sollen nun bis Ende Februar 2004 erklären, warum Ticketpreise für die selben Flugverbindungen von Land zu Land mitunter stark variieren, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit.

Die Frage an die Unternehmen lautet, "ob diese je nach Herkunftsland des Kunden unterschiedliche Preise für identische Flugtickets verlangen, und wenn ja, warum". Die Airlines benützten oft die Postanschrift oder die Anschrift auf der Kreditkarte, um den Wohnort eines Kunden zu bestimmen. Die Preisunterschiede vor Steuern könnten bis zu 300 Prozent betragen. Besonders billige oder teure Länder wurden nicht genannt.

Kommission will Druck ausüben

Die Kommission ließ durchblicken, mit dem Verschicken der Auskunftsersuchen bereits Druck auf die Fluggesellschaften ausüben zu wollen. Die Behörde ließ offen, was passieren könnte, falls sich der Verdacht erhärten sollte. "Die Basis ist derzeit noch nicht klar", sagte ein Sprecher. Ein Vorgehen nach dem strengen Wettbewerbsrecht der EU schloss er aus.

Briefe gingen an folgende Airlines: Aer Lingus, Air France, Alitalia, Austrian Airlines, British Midlands, British Airways, Finnair, Iberia, KLM, Lufthansa, Luxair, Meridiana, Olympic Airways, Spanair, SAS, SN Brussels Airlines, TAP und Virgin Atlantic.

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