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Wallraff über Burger King zum stern: "So konnte es nicht mehr weitergehen"

Mit seinen Recherchen zu Hygienemängeln löste das "Team Wallraff" den Burger-King-Skandal aus. Gegenüber dem stern äußert sich Günter Wallraff selbst zur drohenden Schließung von 89 Filialen.

Von Daniel Bakir

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (rechts) mit Alexander Römer, der sich undercover bei Burger King bewegte

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (rechts) mit Alexander Römer, der sich undercover bei Burger King bewegte

Bereits im April hatte ein Rechercheteam um Enthüllungsjournalist Günter Wallraff unhaltbare Hygiene- und Arbeitszustände bei Burger King aufgedeckt. Der Fast-Food-Riese trennte sich daraufhin von Ergün Yildiz, Geschäftsführer der Yi-Ko Holding, die 89 Burger-King-Filialen betreibt. Doch die Missstände blieben: Am Mittwoch zog Burger King die Reißleine, kündigte alle Verträge mit Yi-Ko. 89 Filialen sollen schließen.

Nun meldete sich Enthüller Wallraff selbst zu Wort. In einem Statement gegenüber dem stern begrüßt er den harten Schnitt bei der Burgerkette: "Aus Verbrauchersicht ist es ohne Frage eine gute Nachricht, dass die Burger-King-Führung nach den wiederholten und von uns dokumentierten Hinweisen auf inakzeptable Hygienebedingungen und auf schlechte Arbeitsbedingungen in Filialen der Yi-Ko Holding GmbH jetzt Konsequenzen zieht. So konnte es in den betroffenen Restaurants einfach nicht mehr weitergehen."

Weiterer Enthüllungsfilm geplant

Wallraff sitzt derzeit mit den Kollegen von RTL im Schnittraum, um einen weiteren Enthüllungsfilm über Burger King fertig zu stellen. Erneut war ein Reporter undercover unterwegs, erneut fand er Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen. Von den neuerlichen Recherchen wusste Burger King, da die Reporter dem Konzern einen Fragenkatalog übermittelt hatten.

Man kann daher den Eindruck gewinnen, dass Burger King mit der Kündigung der Yi-Ko-Verträge neuen Skandalbildern zuvor kommen wollte - auch wenn der Konzern einen Zusammenhang bestreitet.

Wallraff sorgt sich um die Mitarbeiter

Wallraff begrüßt zwar, dass Burger King nun gegen die Zustände vorgeht. Sein Mitgefühl gilt aber auch den Mitarbeitern, die nun arbeitslos werden könnten. "Nach diesem radikalen Schnitt muss jetzt natürlich alles Menschenmögliche dafür getan werden, dass die betroffenen Mitarbeiter aufgefangen und nicht arbeitslos werden", sagt Wallraff. "Es darf nicht sein, dass rund 3000 Mitarbeiter für das Missmanagement der Yi-Ko Holding doppelt bestraft werden."

Yi-Ko weigert sich bisher, die Filialen zu schließen und will sich rechtlich wehren. Am Donnerstag öffneten die Filialen ganz normal. Sollte Burger King die Belieferung wie angekündigt stoppen, dürften den Yi-Ko-Filialen aber in zwei bis drei Tagen die Buletten ausgehen.

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