Energiestreit Russland gibt wieder Gas


Der vom Kreml kontrollierte Energiekonzern Gasprom hat dem internationalen Druck nachgegeben und liefert wieder mehr Gas nach Europa. Eine Lösung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ist weiter offen.

Die wegen des Preisstreits mit der Ukraine eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland nach Europa haben sich in der Nacht zum Dienstag wieder dem normalen Niveau angenähert.

Nachdem das vom Kreml kontrollierte Unternehmen seine Gaslieferungen an die Ukraine am Neujahrstag eingestellt hatte, hatten mehrere Länder über einen Rückgang der durch die Pipelines gelieferten Gasmenge geklagt. Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Polen und Frankreich meldeten Einbußen von bis zu einem Drittel.

Es seien weitere 95 Millionen Kubikmeter in die ukrainischen Pipelines gepumpt worden, sagte Konzern-Sprecher Sergej Kuprijanow. Die Menge solle jenes Gas ersetzen, dass die Ukraine aus Sicht von Gasprom illegal entwendet habe.

Ungarn und Österreich teilten am Abend mit, die Versorgung laufe wieder wie vereinbart. Österreich importiert knapp 60 Prozent seines Erdgases aus Russland, Ungarn etwa 70 Prozent. Anzeichen für eine Wiederaufnahme von Gesprächen zwischen Moskau und Kiew zur Lösung des Konflikts gab es jedoch nicht.

Der Energiekonzern verlangt von der Ukraine seit dem 1. Januar 2006 einen fast fünf Mal höheren Gaspreis. Weil Kiew sich einem entsprechenden Vertragsabschluss verweigerte, drehte Gasprom den Ukrainern am Neujahrsmorgen das Gas ab.

Nach Angaben der Regierung Moldawiens hat Gasprom auch die Lieferungen in die frühere Sowjetrepublik eingestellt. Der Konzern habe den Hahn abgedreht, weil Moldawien seine Zustimmung zu einer Verdoppelung des Gaspreises verweigerte, teilte die moldawische Führung am Montag auf einer Regierungssitzung in der Hauptstadt Chisinau mit. Ein Gasprom-Sprecher in Moskau bestritt den Exportstopp. Man werde "in Kürze" eine Einigung mit den Moldawiern über die zukünftigen Gaspreise finden, hieß es.

Reuters/DPA DPA Reuters

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