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Sarkastischer Tweet Greta Thunberg verspottet Boris Johnson für dessen "grüne Revolution"

Greta Thunberg mit Gesichtsmaske
Greta Thunbergs Tweet zum Thema Pestizide löste zahlreiche regierungskritische Reaktionen aus
© Kay Nietfeld / DPA
Greta Thunberg hat Boris Johnsons Versprechen einer "grünen Revolution" als Unsinn bezeichnet, nachdem die britische Regierung den Einsatz eines Pestizids zur Tötung von Bienen genehmigt hatte.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte sich und seine Regierung vergangene Woche als Vorkämpfer zur Ökologisierung der Weltwirtschaft präsentiert und beispielsweise versprochen, die Treibhausgasemissionen erheblich zu senken. Dies nahm die "Fridays for Future"-Aktivistin Greta Thunberg zum Anlass, sich über Boris Johnson lustig zu machen.

Einige Mitglieder der Johnson-Regierung behaupteten, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU es ihnen ermögliche, die Umwelt in den Mittelpunkt der Agrar- und Lebensmittelpolitik zu stellen. Der regierungsintern für den Brexit zuständige Vize-Premierminister Michael Gove sagte beispielsweise: "Das wichtigste öffentliche Gut, in das wir investieren werden, ist die Verbesserung der Umwelt", wie die in Großbritannien erscheinende "Daily Mail“ auf ihrer Website berichtete.

Greta Thunberg stellt Johnsons Glaubwürdigkeit in Frage

Greta Thunberg äußerte sich nun, nachdem der Minister für Ernährung und Landwirtschaft, George Eustice, den britischen Landwirten die Erlaubnis erteilt hatte, ein Pestizid zu verwenden, das nachgewiesenermaßen ein Risiko für Bienen darstellt und von der EU daher verboten ist. Auf Twitter schrieb sie: "Die britische Regierung hat angekündigt, dass ein Pestizid, das so giftig ist, dass es von der EU verboten wurde, in England eingesetzt werden kann." Süffisant ergänzt sie: "Die sogenannte 'grüne industrielle Revolution' in Großbritannien hat einen guten Start hingelegt." Sie stellte die Behauptungen und Motive der Regierung in Frage und fügte hinzu: "In der Tat sehr glaubwürdig."

Der Tweet löste zahlreiche regierungskritische Reaktionen aus und führte zu einer Petition, in der dazu aufgefordert wird, die Entscheidung zurückzudrehen.

Ein Sprecher der zuständigen Umweltbehörde verteidigte die Entscheidung zur Zulassung der Chemikalie mit den Worten: "Notfallgenehmigungen für Pestizide werden nur in Ausnahmefällen erteilt, in denen Krankheiten oder Schädlinge nicht auf andere vernünftige Weise bekämpft werden können." Derlei Notfallgenehmigungen würden von Ländern in ganz Europa verwendet werden. "Pestizide können nur dort eingesetzt werden, wo wir der Ansicht sind, dass die Gesundheit von Mensch und Tier nicht geschädigt wird und keine inakzeptablen Risiken für die Umwelt bestehen. Die vorübergehende Verwendung dieses Produkts ist streng auf eine nicht blühende Kultur beschränkt und wird streng kontrolliert, um das potenzielle Risiko für Bestäuber zu minimieren.“, zitiert "Daily Mail".

Der Erfolg dieser angekündigten Beschränkungen des Pestizideinsatzes wird von zahlreichen Kommentierenden unter Thunbergs Tweet jedoch bezweifelt und verstärkt eher das Misstrauen in einen verantwortungsvollen Umgang der Regierung mit der Freigabe von Pestiziden.

Quelle:"Daily Mail"

km

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