LOTSEN-STREIK Zahlreiche Flüge in Ferienländer gestrichen


Aufgrund des Fluglotsenstreiks in mehreren europäischen Ländern müssen Flugreisende auch an deutschen Verkehrsflughäfen mit Ausfällen rechnen. Streikhochburg ist Frankreich.

Aufgrund des Fluglotsenstreiks in mehreren europäischen Ländern am Mittwoch müssen Flugreisende auch an deutschen Verkehrsflughäfen mit Verspätungen oder Ausfällen rechnen. Nach Angaben von Sprechern der deutschen Airports ist Frankreich die Streikhochburg. Dort seien Arbeitsniederlegungen von über zwölf Stunden zu erwarten. Die französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC in Paris geht davon aus, dass nur ein Drittel der Starts und Landungen abgewickelt werden kann. Air France rechnet mit dem Ausfall von 90 Prozent der Kurz- und Mittelstreckenflüge. Auf der Langstrecke sollen dagegen nur zehn Prozent gestrichen werden. Nach Unternehmensangaben bietet die Lufthansa fünf Flugpaare für Frankreich an, während etwa 70 Flüge mit Start- oder Zielflughafen in Frankreich ausfallen.

Zahlreiche Flüge in München und Frankfurt gestrichen

Die Flughäfen in München und Frankfurt meldeten am Morgen, zahlreiche Flüge seien gestrichen worden. Allein am Frankfurter Flughafen wurden 64 Flüge abgesagt. Betroffen seien vor allem Flüge von und nach Frankreich, teilten Lufthansa und Air France Deutschland mit. Auch bei Verbindungen nach Italien, Portugal, Griechenland, Spanien und Ungarn seien Ausfälle und Verspätungen zu erwarten, weil auch dort die Arbeit niedergelegt wird. Für dortige Zielorte könne der Flugplan mit Verspätungen und einem Minimum von Serviceleistungen angepasst werden, da die Arbeit der Fluglotsen in diesen Ländern nur eine bis vier Stunden ruhe, meldeten die Flughäfen in München und Frankfurt. Die Flughäfen seien auf den Streik vorbereitet und hätten die Genehmigungsbehörden gebeten, gegebenenfalls bestehende Nachtflugverbote zu lockern, hieß es bei der Lufthansa.

Sollten Flüge streikbedingt zur Nachtzeit und damit außerhalb der genehmigten Landezeiten ankommen, würden sie trotzdem abgefertigt. Langstrecken-Verbindungen sollten laut Lufthansa weitgehend sichergestellt werden, innerdeutsche Flüge seien nicht betroffen. Am Donnerstag drohen erneut Ausfälle wegen eines Generalstreiks in Spanien. Am Düsseldorfer Flughafen wurden am Mittwoch wegen des Lotsenstreiks alle Flüge nach Frankreich gestrichen.

Hintergrund des Streikaufrufs der Europäischen Gewerkschaft für Fluglotsen (ATUEUC) sind nach Angaben der Flughäfen umstrittene Fragen des Plans der EU-Kommission für einen einheitlichen Luftraum in Europa. 45 Prozent der Fluglotsen inner- und außerhalb der Europäischen Union gehörten der ATCEUC an. Die deutschen Lotsen sind nicht Mitglieder der Organisation.

Generalstreik in Spanien am Donnerstag

Kurzfristig wollen die Fluglinien auch auf den für Donnerstag angekündigten Generalstreik in Spanien reagieren. Nach Angaben des Frankfurter Flughafens ist damit zu rechnen, dass die für diesen Tag geplanten Flüge auf spätere Termine umgebucht werden. Die Reisenden würden durch die Veranstalter rechtzeitig über Änderungen informiert. Die Fluglinie Iberia will Abfertigung und Service durch Notdienste abdecken. Für Kunden besteht die Möglichkeit, die Tickets kostenlos auf andere Flüge umzubuchen.

Ferienbeginn in fünf Bundesländern

Da das Ausmaß des Streiks noch nicht abzuschätzen sei, würden sich mögliche Notpläne noch in der Planung befinden, hieß es bei Iberia. Der Donnerstag sei jedoch kein Hauptreisetag für Ziele in Spanien. Ein Streik am Wochenende könne dagegen prekärer sein. Am Donnerstag beginnen in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürigen die Sommerferien.

Auch das Unternehmen Aero Lloyd trifft Vorbereitungen für Spanien-Reisende. Die Koordination der Notpläne könne aber nur kurzfristig erfolgen, sagte ein Sprecher. Die Lufthansa rechnet mit vier Flugpaaren, die sie am Donnerstag für Spanien anbieten könne. Die Anzahl der Flüge sei von der Genehmigung der Deutschen Flugsicherung abhängig.


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