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Ölpreis: Was tun, wenn der Ölpreis steigt?

Der Iran-Atomstreit treibt den Ölpreis auf eine neue Rekordhöhe. Wird Energie zum teuren Luxusgut, drohen kalte Wohnungen und autofreie Straßen. Es sei denn, man lernt zu sparen.

Von Karin Spitra

Der eskalierende Atomstreit mit dem Iran hat den Rohölpreis neue Höchststände erklimmen lassen. Die USA hatten sich zuletzt wiederholt für Sanktionen gegen das weltweit viert-größte Öl-Exportland ausgesprochen und sogar einen Atomschlag nicht mehr ausgeschlossen. Deshalb gilt die Unsicherheit über die Beständigkeit iranischer Öl-Lieferungen als der neueste Preistreiber.

Uneinigkeit über Konjunkturfolgen

Allerdings sind sich Experten über die Folgen des hohen Ölpreises uneins: Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, glaubt nicht an negative Konjunkturfolgen. Dass private Haushalte an der Zapfsäule tiefer in die Tasche greifen müssen, führt seiner Meinung nach "nur zu einer Kaufkraftverlagerung". In einem Interview mit der "Thüringer Allgemeinen" sagte Hürther: "Unsere auf Export ausgerichtete Wirtschaft kann diese Preise wegstecken."

Deutlich düsterer schätzt Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die Lage ein: "Wir haben jetzt schon eine enorm angespannte Energiesituation." Das liegt laut Kemfert einerseits an der hohen Nachfrage, zum Beispiel aus den USA. Dort beginnt gerade die Reisesaison, was regelmäßig zum Frühlingsanfang die Spritpreise auf den Weltmärkten hoch treibt. "Und auch die Lieferengpässe, die durch instabile Exportländer wie Venezuela und Nigeria bedingt werden, tragen zur Energieknappheit bei. In so einem Klima der Unsicherheit reagieren die Ölmärkte äußerst sensibel auf jede politische Drohgebärde. "Noch sind es nur Ängste, die die Preise explodieren lassen." Richtig schlimm würde es laut Kempert, "wenn es zu einer militärischen Intervention kommt. Erst dann haben wir einen Domino-Effekt, der in einer handfesten Energiekrise mündet."

Treffen würde das vor allem den Verbraucher: Nach dem steigenden Rohölpreis stiege laut Kemfert der daran gekoppelte Gaspreis, danach der Strompreis und zuletzt der Benzinpreis. "Dann sind wir bei dem Horrorszenario von über 100 US-Dollar je Barrel - oder 1,50 Euro und mehr für einen Liter Benzin. Was diese Energiekosten für private Haushalte bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen," so die Energieexpertin. Doch ganz so hilflos sind die Verbraucher nicht. "Man kann immer noch viel mit Energiespar-Maßnahmen abfedern," so Kemfert. Und gewinnt dem Energiehorror so auch etwas Positives ab: "Manchmal bringt einen erst ein hoher Preis zum Umdenken!"

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