HOME

Porsche-Chef Wiedeking: Viel gewagt und alles verloren

Fast hätte er sein Ziel erreicht und als Held der Autobranche dagestanden. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wollte Europas größten Autokonzern Volkswagen schlucken. Doch die geplante Übernahme ist gescheitert. Weil einst Wiedeking den Deal ausheckte, muss der erfolgsverwöhnte Manager jetzt wahrscheinlich gehen.

Von Michael Specht

Erfolg gehörte für ihn zum Tagesgeschäft. Er fuhr stets auf der Überholspur. Die Presse nannte ihn "Wiedeking, der Wunderking". In der Autobranche gilt der schnauzbärtige Westfale als Alpha-Manager. Er räumte in seiner Laufbahn ungefähr so alles ab, was es an Auszeichnungen und Ehrungen zu verteilen gab. Sein geschätztes Einkommen soll 2008 bei rund 80 Millionen Euro gelegen haben. Wo Wiedeking ist, ist oben - heißt es.

Nur: Wer hoch steigt, kann tief fallen. Der erfolgsverwöhnte Manager hat eine für seine Karriere entscheidende Niederlage erlitten. Wie die "Süddeutsche-Zeitung" berichtete, hat Wiedeking kaum noch Chancen, nach der Fusion von Porsche und VW den neuen Konzern zu führen. Dem Vorstandsvorsitzenden von Porsche wird laut "SZ" angelastet, die Eigentümerfamilien um die Alleinherrschaft über den Sportwagenhersteller gebracht zu haben.

Dabei sollte es eigentlich Wiedekings Meisterstück werden: Der kleine Sportwagenhesteller aus Stuttgart Zuffenhausen übernimmt Volkswagen, Europas größten Automobilhersteller. Doch statt eine Übernahme wird es nun eine Fusion geben. Porsche hat sich überhoben und einen Finanzbedarf in zweistelliger Milliardenhöhe.

Wiedeking hat es nicht geschafft, die VW-Anteile auf 75 Prozent aufzustocken, um so über einen Beherrschungsvertrag auf die Barmittel von Volkswagen zugreifen zu können. Jetzt sind die Stuttgarter auf die Hilfe Dritter angewiesen, namentlich auf das Land Niedersachsen und den VW-Betriebsrat.

Porsche wäre nach dem Zusammenschluss nur noch eine VW-Marke wie Audi, Seat, Skoda oder Bentley, eine von zehn insgesamt. Der Hauptsitz des Unternehmens wird, so ist zumindest zu hören, nicht Stuttgart, sondern Hannover oder Wolfsburg.

Wiedeking, der Medienstar

In den vergangenen Jahren war Porsches kometenhafter Aufstieg untrennbar mit dem Namen Wiedeking verbunden. Der heute 56-Jährige rückt 1992 an die Spitze des Sportwagenherstellers, just zu der Zeit, als die Zuffenhausener Firma kurz vor der Pleite steht. Mit 39 Jahren ist er der jüngste Vorstandsvorsitzende eines Autokonzerns in Deutschland. Die Inhaberfamilien Porsche und Piech geben ihm dennoch freie Hand - und einen Vertrag mit Gewinnbeteiligung (ein Prozent) obendrein.

Wiedeking krempelt den Laden komplett um - teils mit unkonventionellen Methoden. So sind es Spezialisten von Toyota, die die antiquierte Produktion auf Vordermann bringen. Mit drastischem Sparkurs und strategisch richtigen Entscheidungen wie der Ausweitung der Modellpalette gelingt dem Doktor des Maschinenbaus (TH Aachen) das Unmögliche. Wiedeking bringt Porsche nicht nur bald wieder in die Gewinnzone, sondern macht den Konzern auch zum profitabelsten Automobilhersteller der Welt.

Er schafft sogar das Meisterstück, alle glücklich zu machen, die Belegschaft, die Aktionäre und die Porsche-Fans. 1996 führt er mit dem Modell Boxster eine zweite Baureihe ein. 2002 folgt für Porsche-Verhältnisse etwas Unverstellbares, der Geländewagen Cayenne. Was Kritiker als Verwässerung der Marke verurteilen, entwickelt sich jedoch zum größten Geldbringer des Konzerns. Dem Boxster wird 2005 die geschlossene Version Cayman zur Seite gestellt ,und demnächst rollt die viertürige Luxus-Limousine Panamera zum Händler - als mittlerweile vierte Baureihe.

Jahr für Jahr verkündet Wiedeking bessere Bilanzen, legt eine Erfolgsserie hin, die kaum noch zu toppen ist. Der Porsche-Chef erreicht die Publizität eines Medienstars. Doch langsam werden Stimmen lauter, die ihm im Zuge der Klimadiskussionen vorwerfen, Porsche-Modelle würden zu viel Sprit schlucken. Sichtlich nervt ihn das Thema CO2. Auf der Automesse IAA in Frankfurt diktiert er Journalisten 2007 in den Block: "Selbst wenn gar kein Porsche mehr fahren würde, es gäbe kein Instrument, das die Veränderung des CO2-Gehalts auf der Welt messen könnte."

Kein Mann der leisen Töne

Von sich selbst soll Wendelin Wiedeking gesagt haben, dass er ein "unzufriedener Mensch im positiven Sinne" ist. Einige seiner Schwächen, heißt es, seien Ungeduld und Sturheit. So verneinte er über Jahre vehement den Dieselmotor im Cayenne. "Niemals", so Wiedeking, "das passt nicht zu einer Marke wie Porsche." Immerhin, die Einsicht kam, wenn auch spät: "Ich sage nie wieder niemals." Seit Jüngstem gibt es den Geländewagen mit einem Selbstzünder von Audi.

Wiedeking ist kein Mann der leisen Töne. Sein Gang ist stramm und zielgerichtet. Als Alphatier kann er schonungslos die Menschen in Gegner und Anhänger spalten. Zu seinen engsten Freunden zählen Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp. Mit ihnen sitzt Weinliebhaber Wiedeking zusammen und pafft die eine oder andere dicke Zigarre. Auch auf Presseveranstaltungen gibt sich der Porsche-Chef locker - weniger beim Dresscode, eher in der Wortwahl. Die Unnahbarkeit manch anderer Vorstandsvorsitzender ist ihm fremd. Wiedeking unterhält. Journalisten an der abendlichen Hotelbar haut er schon mal kumpelhaft auf die Schultern, dass ihnen die Eiswürfel aus dem Glas fliegen.

Privates nur in Dosen

Privates lässt er nur in homöopathischen Dosen zu, schon allein, um keine Kriminellen auf den Plan zu rufen. Freunde und Verwandte haben Redeverbot. Selbst seinem ehemaligen Klassenlehrer soll er untersagt haben, Auskunft über ihn zu erteilen - zu lesen in der Autobiografie "Der Porsche-Chef" von Ulrich Viehöver.

Wiedeking und seine Frau Ruth sind seit Schulzeiten zusammen, haben eine Tochter (Isabell) und einen Sohn, der ganz nach westfälischer Tradition so heißt wie der Großvater und der Vater: Wendelin. In seiner knappen Freizeit sitzt Wiedeking - der Name stammt aus dem Altgermanischen und bedeutet "König der Weide" - gern auf einem seiner beiden Porsche-Ackerschlepper, um Kartoffeln anzubauen. Oder er hört Jazz, erweitert seine riesige Modellautosammlung, bastelt, baut auf dem eigenen Grundstück oder schreibt. 2006 erschien sein Buch "Anders ist besser."

Anders könnte demnächst auch sein Alltag aussehen. Es hängt davon ab, wie sich der Porsche- und Piech-Clan in der "Sache Wiedeking" entscheiden wird.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?
  • Michael Specht