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Energiewende bei VW: Volkswagen wird zum Ökostrom-Anbieter - das steckt dahinter

Volkswagen will künftig Ökostrom, der zum Teil selbst produziert wird, verkaufen. Der Schritt ist Teil einer großen Elektro-Offensive des Autobauers. Die kommt zwar spät - dafür drückt VW mächtig aufs Tempo.

Volkswagen verkauft Öko-Strom

Volkswagen drückt bei seiner Elektro-Offensive aufs Tempo

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Die Zukunft bei Volkswagen kommt aus der Steckdose - das steht für den Konzern fest. Dass es VW nicht nur um ein paar E-Autos geht, sondern ein ganzheitliches Konzept dahintersteckt, beweist der Konzern nun mit dem Start des Stromanbieters Elli, der am Dienstag in Wolfsburg vorgestellt wurde. Das Angebot des Ökostrom-Anbieters richtet sich nicht nur an die Fahrer von Elektro-Volkswagen, sondern auch auch Institutionen und Privathaushalte.

Insgesamt soll das E-Angebot stark ausgebaut werden: Stromtarife, Ladeboxen für die Garage und Ladesäulen etwa auf Supermarktparkplätzen sind geplant. Damit setzt Volkswagen bei einem der Knackpunkte der Elektromobilität an, denn bislang gibt es höchst unterschiedliche Standards beim Strom-Tanken. "Unsere Mission ist es, der E-Mobilität den Weg von der Nische in den Mainstream zu bahnen", sagte der designierte Chef der Stromtochter, Thorsten Nicklaß zur "DPA". Das Angebot solle einen Lebensstil ermöglichen, der das E-Auto vollständig in den Alltag integriere. 

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VW I.D. Neo - unterwegs in Südafrika

VW I.D. Neo - unterwegs in Südafrika

So will VW auf Strom setzen

Ab Februar soll nun Strom angeboten werden, der komplett aus CO2-freier Erzeugung stammt. Dafür wird teilweise von VW selbst erzeugte Energie aus Windkraftwerken und Windparks genutzt. Das Tochterunternehmen Elli dient in erster Linie dazu, Ladesysteme für Autos zu schaffen. Bis 2020 könnte es so entlang der wichtigsten Autobahnen insgesamt 400 Schnellladestationen geben. Zum Start werden zunächst die VW-eigenen Parkplätze von derzeit rund 1000 auf 5000 Ladestationen bis 2020 ausgebaut, auch VW-Händler und Servicepartner innerhalb der EU bekommen Aufladestationen. Ein weiterer Schritt: Laut dem "Handelsblatt" führt Elli Gespräche, um auf Kundenparkplätzen von großen Filialketten Strom-Zapfsäulen aufzustellen.

Doch Volkswagen geht weiter und wagt den Schritt unter die Stromanbieter. Ab Februar werden Stromtarife angeboten, später soll eine Kundenkarte folgen, mit der die Autofahrer ihre Autos an den Ladesäulen auftanken können. Dieser Service richtet sich natürlich verstärkt an die Besitzer von E-Volkswagen.  

Volkswagen und die Energiewende

Ob nun sogenannte Wallboxen für das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz oder Ladesäulen im öffentlichen Raum: Nur mit einer flächendeckenden Stromversorgung für E-Autos können sie den Durchbruch schaffen, der in Deutschland immer noch auf sich warten lässt. Das scheint man in Wolfsburg verstanden zu haben. Der Schritt kommt zwar spät, monieren Kritiker doch bereits seit Jahren die Strategie von VW. Doch nun scheinen die Wolfsburger mit aller Macht auf die Steckdose zu setzen. Langfristig hofft VW natürlich auf satte Umsätze, doch zunächst gehe es dem Autobauer darum , "dass wir dabei sind", so Nicklaß zur "F.A.Z." 

Kfz-Mechaniker
kg