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VW-Affäre: Prozess gegen Volkert und Gebauer zugelassen

Die Bordellbesuche auf Betriebskosten und Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen bringen den früheren VW-Betriebschef Klaus Volkert jetzt vor Gericht. Das Landgericht Braunschweig lies die Anklage gegen ihn und den Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer zu. Ím November soll der Prozess beginnen.

In der VW-Affäre um Bordellbesuche auf Konzernkosten und Sonderboni in Millionenhöhe kommt der frühere Betriebsratschef Klaus Volkert vor Gericht. Das Landgericht Braunschweig ließ die Anklage gegen ihn und den von VW entlassenen Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer zu. Damit sei das Hauptverfahren gegen die Beiden eröffnet, teilte das Landgericht mit. Wann der Prozess beginnt, steht aber wegen anderer wichtiger Strafsachen am Gericht noch nicht fest. Vor Mitte November habe die Kammer keine freien Kapazitäten, teilte das Landgericht mit. Gebauer und Volkert würden gemeinsam auf der Anklagebank sitzen.

Der 64-jährige Volkert ist unter anderem wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen angeklagt. Er hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft über Jahre hinweg heimlich fast zwei Millionen Euro an Sonderboni kassiert. Volkert hatte im Herbst vergangenen Jahres wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft gesessen.

Hohe Strafen für andere VW-Betriebsräte

Bei Gebauer lautet die Anklage unter anderem auf gemeinschaftlich begangene Untreue in 40 Fällen. Gebauer ist eine Schlüsselfigur in der im Sommer 2005 bekannt gewordenen Affäre um Schmiergelder und so genannte Lustreisen von Betriebsräten. Der 63-Jährige war das Bindeglied zwischen Betriebsrat und Management und hat die umstrittenen Spesen von Betriebsräten abgerechnet.

Als Erster hatte sich im Januar der frühere Personalvorstand Peter Hartz vor Gericht verantworten müssen. Er war zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 576.000 Euro verurteilt worden. Hartz hatte Volkert auf dessen Drängen hin die Sonderboni in Millionenhöhe gezahlt.

Mitte Juni wurde der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete und VW-Betriebsrat Hans-Jürgen Uhl wegen Beihilfe zur Untreue und falscher eidesstattlicher Versicherung zu einer Geldstrafe von 39.200 Euro verurteilt. Der einstige niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete und Betriebsratschef der VW Nutzfahrzeuge, Günter Lenz, hatte im August einen Strafbefehl über 11.250 Euro akzeptiert. Auch er hatte sich wegen Beihilfe zur Untreue verantworten müssen, weil er auf VW-Kosten die Dienste von Prostituierten genutzt hatte.