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VW-Prozess: Urteile fallen wohl früher als erwartet

Der Prozess gegen die ehemaligen VW-Betriebsratschef Klaus Volkert und den Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer könnte laut Prozessbeteiligten schneller zu Ende gehen als gedacht. Die ersten Plädoyers sollen schon in dier Woche gehalten werden.

Im VW-Korruptionsprozess gegen Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert und den früheren Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wird möglicherweise schon bald das Urteil fallen. In dem Prozess am Landgericht Braunschweig werde wahrscheinlich am Mittwoch die Staatsanwaltschaft plädieren, hieß es bei mehreren Prozessbeteiligten. Die Plädoyers der Verteidiger könnten am nächsten Montag folgen. Das Urteil im Prozess um Lustreisen von Betriebsräten auf Konzernkosten und Sonderboni dürfte dann Ende Februar oder Anfang März fallen. Die Justizbehörden wollten das nicht bestätigen.

Volkert ist wegen Anstiftung zur Untreue angeklagt. Ihm wird unter anderem zur Last gelegt, fast zwei Millionen Euro an Sonderboni ohne entsprechende Gegenleistung kassiert zu haben. Das Gericht hatte im Lauf des Prozesses angedeutet, dass Volkert möglicherweise mit einer geringeren Strafe rechnen könne: Beim wichtigsten Anklagepunkt Sonderboni komme auch eine Verurteilung wegen Beihilfe zur schweren Untreue statt wegen Anstiftung in Betracht, hatte die Vorsitzende Richterin Gerstin Dreyer erklärt.

Der frühere Personalmanager Gebauer ist wegen Untreue angeklagt. Er war das Bindeglied zwischen Management und Betriebsrat, über seinen Tisch liefen die umstrittenen Spesenabrechnungen.

Der Prozess gegen die beiden gemeinsam Angeklagten ist der dritte in der im Sommer 2005 publik gewordenen Affäre bei Volkswagen. Im Januar vergangenen Jahres war Ex-Personalvorstand Peter Hartz wegen Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 576.000 Euro verurteilt worden. Ex-Betriebsratsmitglied Hans-Jürgen Uhl war vom Amtsgericht Wolfsburg zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

tk/DPA / DPA