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Wegen ungewollter Flüchtlingshilfe? Pegida-Song bei Amazon und Google Play gelöscht


Rückzug nach gut zwei Wochen: Die erst kürzlich auf Amazon eingestellte Pegida-Hymne ist nicht mehr verfügbar. Auch auf Google Play ist der Song inzwischen verschwunden. Wer die Löschung veranlasste, war zunächst unklar.

Verwirrspiel um die sogenannte Pegida-Hymne: Nachdem die islam- und fremdenfeindliche Organisation den Song "Gemeinsam sind wir stark!" erst kurz vor Weihnachten auf Amazon zum Kauf angeboten hatte, ist er plötzlich, etwas mehr als zwei Wochen später, wieder aus dem Angebot des Online-Händlers verschwunden. Laut "Sächsischer Zeitung" ist das Stück bereits seit Montagnachmittag nicht mehr verfügbar. Stattdessen erscheint eine Fehlermeldung, sobald man versucht, die Seite aufzurufen. 

Während Amazon dem Bericht zufolge angab, der Vertriebspartner habe entschieden, den Song zu entfernen, widersprach Pegida-Frontmann Lutz Bachmann umgehend auf Facebook. Man habe die Hymne nicht gelöscht, schrieb der 42-Jährige in dem sozialen Netzwerk. Amazons Darstellung sei eine "Falschbehauptung". Und weiter: "Wir versuchen gerade herauszufinden, was los ist und wo der Fehler (oder Vorsatz?) liegt." In einem zweiten Posting kündigte Bachmann später zudem an, "sämtliche rechtliche Schritte" prüfen zu lassen. Kaufwillige verwies Bachmann auf den Google-Play-Store. Doch auch dort ist der Song seit Kurzem nicht mehr aufrufbar. Der genaue Grund ist unklar. Das Unternehmen war am Abend nicht mehr für eine Stellungnahme erreichbar.

Bachmann wittert gezielte Anti-Pegida-Aktion

Der umstrittene Aktivist wittert unterdessen eine gezielte Aktion. "Offensichtlich hatte man Angst, dass die Hymne weiter steigt", schrieb Bachmann, der vermutet, dass man Pegida auf diese Art und Weise "den Hauptvertriebsweg kappen" wolle.

Tatsächlich war das Lied zum Preis von 1,29 Euro in den Amazon-Download-Charts zuletzt kontinuierlich nach oben geklettert. Der Verkauf dürfte der rechtspopulistischen Organisation also wichtige Einnahmen in die Kassen gespült haben. Andererseits hatte der Online-Riese im Gegenzug angekündigt, seine Erlöse aus dem Verkauf "an eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Flüchtlingen" zu spenden. 

Ungewollte Flüchtlingshilfe dürfte Pegida nicht gefallen haben

Ob die von der Netzgemeinde begeistert kommentierte Aktion Amazons letztlich dazu führte, dass der Song nicht mehr auf dem Online-Portal angeboten wird, ist schwer zu klären. Fest dürfte jedoch stehen: Den Pegida-Verantwortlichen wird die ungewollte Flüchtlingshilfe nicht geschmeckt haben. Vielleicht stießen der Organisation aber auch nur die vielen negativen Rezensionen unter dem Song auf. So hatte ein User damals kommentiert:  "Leider funktioniert das Produkt nicht. Ich habe das Lied mehrfach mit meinen Freunden angehört, leider wurden wir weder stärker noch deutscher."

Pegida hatte "Gemeinsam sind wir stark!" am 21. Dezember zum Verkauf eingestellt und damit eine kontroverse Diskussion in sozialen Netzwerken ausgelöst.

mod

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