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Rendsburg Stadtwerke stellen Familie den Strom ab – die greift zu einer kuriosen "Selbsthilfe"

Ein Stromzähler, in Rendsburg gab es einen kuriosen Fall von Stromdiebstahl
Die Familie in Rendsburg soll über ein Jahr hinweg ihre Stromrechnung nicht bezahlt haben. Als dieser abgestellt wurde, zapfte sie den Allgemeinstrom an.
© Hauke-Christian Dittrich / DPA
Was tun, wenn die Stadtwerke den Strom abstellen? Eine Familie in Rendsburg, die monatelang ihre Stromrechnung nicht gezahlt haben soll, griff zu einem Trick. Dieser war allerdings nicht legal.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de.

Ein kurioser Diebstahl beschäftigt derzeit die Bewohner der Stadt Rendsburg. Nachdem einer siebenköpfigen Familie der Strom abgestellt wurde, greift diese zu ungewohnten Mitteln und zapft kurzerhand den Allgemeinstrom des Hauses an. Die Energie, die normalerweise den Flur und den Keller des Mietobjektes beleuchtet, bringt nun Licht in die dunkle Privatwohnung. Doch es gibt jemanden, der für die Maßnahme sogar ein bisschen Verständnis hat, obwohl er der Leidtragende ist.

Eines steht fest: Der Stromdieb muss handwerkliches Geschick mitbringen. Nachdem die Stadtwerke seinen Stromzähler abgebaut und somit den Energiefluss prompt gestoppt hat, bedient sich dieser am allgemeinen Verteiler. Zuerst hatte die SHZ von dem Vorfall berichtet. Vermieter Peter Teuber erzählte auf RTL-Anfrage, dass der betroffene Mieter ein Kabel an den Verteiler angeschlossen und dieses quer durch das Treppenhaus in seine Wohnung verlegt hat. Unser RTL-Report vor Ort und eine Nachbarin haben jedoch kein verlegtes Kabel gesehen. Durch diesen externen Leiter gelangt der Allgemeinstrom in seine private Leitung. Der Hintergrund der bizarren Entwendung wird derweil heiß diskutiert.

Stadtwerke Rendsburg begründen den Abbau des Stromzählers mit unbezahlten Rechnungen

Die Stadtwerke SH haben der Familie in Rendsburg den Strom abgedreht, weil diese ihre Rechnungen angeblich über ein Jahr hinweg nicht bezahlt hat. Gegenüber RTL äußerten die Stadtwerke, dass Zahlungserinnerungen und Mahnungen ignoriert wurden. Als Reaktion hierauf habe man den Zähler gesperrt.

Daraufhin wären die Betroffenen in die Initiative gegangen und hätten den Zähler eigenhändig und illegalerweise wieder in Betrieb genommen. Diese Aneinanderreihung von Geschehnissen führte im Endeffekt dazu, dass der Zähler final abgebaut wurde. Dank des abgezapften Allgemeinstroms, welcher ebenfalls von den Stadtwerken zur Verfügung gestellt wird, sitzt die Familie dann aber doch nicht im Dunkeln.

Bei all dem Hickhack schaut vor allem einer in die Röhre: Vermieter Peter Teuber. Der Eigentümer ist stocksauer, bezieht aber klar Stellung: "Aus Hauseigentümerseite bemängele ich das Handeln der Stadtwerke. Ich als Vermieter wurde nicht informiert und habe das Ganze erst durch die Eigenkontrolle der Allgemeinzähler erfahren", berichtet Teuber im Gespräch mit RTL. Als er gemerkt hat, dass der Zählerstand für den Allgemeinstrom ungewöhnlich hoch ist, hat er die privaten Stromzähler kontrolliert und erst dann gesehen, dass die betroffene Familie gar keinen Zähler mehr hat. Von den Stadtwerken SH hörte er nach seiner Aussage nichts. Für die bisher entstandenen Mehrkosten kommt Teuber gezwungenermaßen selbst auf.

Schulden von 8000 Euro

Doch damit noch nicht genug. Viel schwerwiegender sind für Teuber die Forderungen der Stadtwerke, die an die Familie jetzt gestellt werden. Angeblich hätten die Betroffenen Schulden in Höhe von 8000 Euro bei dem Netzbetreiber. Diese Summe müsse zurückgezahlt werden, ehe die Verhältnisse wieder gerade gerückt werden können. "Ich wusste von den Schulden nichts, aber 8000 Euro sind eigentlich unmöglich. Wo sollen die in einer so kurzen Spanne herkommen? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit, eine Familie so unter Druck zu setzen", sagt der Vermieter. Ein Ende der Posse um die Stromversorgung ist also noch nicht in Sicht. Peter Teuber will seine Mieter aber weiterhin unterstützen.

RTL.de / Henrik Zinn / anb

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