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Gift aus dem Gemüsegarten: Ein Stück Zucchini - drei Tage Krankenhaus

Sie wollte eine leichte Gemüsesuppe kochen, doch ein kleines Stück Zucchini hat Elke Frahm einen dreitägigen Aufenthalt im Krankenhaus beschert. Diagnose: Cucurbitacin-Vergiftung.

Giftige Zucchini

Wenn's bitter schmeckt, weg damit! Zucchini können den Bitterstoff Cucurbitacin enthalten, der für den Menschen schädlich ist

Milder Geschmack, wenig aufregende Farbe und Form, kein exotischer Import und sogar als Babynahrung geeignet: sind ein ziemlich harmloses Gemüse - könnte man meinen. Doch Elke Frahm aus dem Schleswig-Holsteinischen Rendsburg hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. Drei Zucchini hatte sie von einer Freundin aus dem Garten ihres Bruders geschenkt bekommen. Zwei hatte sie bereits gegessen, aus der Dritten wollte die 78-Jährige eine Suppe kochen. Doch schon beim Naschen eines der rohen Stücke sei ihr der bittere Geschmack aufgefallen. "Also habe ich sie geschält", erzählt sie der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung. "Aber als ich erneut probierte, schmeckte es immer noch außergewöhnlich bitter." Frahm entschied sich, das Gemüse lieber wegzuschmeißen.

Und das war ihr . Denn schon ein paar Stunden später bekam sie starke Bauchschmerzen, blutigen Durchfall und musste sich heftig erbrechen. Nachbarn brachten sie ins Krankenhaus. Drei Tage wurde sie dort aufgenommen. Die Diagnose: Cucurbitacin-Vergiftung.

Zucchini aus dem eigenen Garten besonders gefährlich

Cucurbitacine sind Bitterstoffe. "Sie werden von verschiedenen Kürbisgewächsen, zu denen auch die Zucchini zählt, gebildet", erklärt Prof. Dr. Bernd Schäfer, Leiter der Fachgruppe Lebensmitteltoxikologie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "Allerdings wurde in den für den menschlichen Verzehr gedachten Kultursorten die Fähigkeit zur dieser Stoffe herausgezüchtet." In Einzelfällen kann in Zucchini oder Kürbissen durch Rückmutationen und Rückkreuzungen das Gift wieder enthalten sein. Besonders, wenn die Pflanzen aus Saatgut aus dem eigenen Garten gezogen werden.

So schwere Vergiftungen wie bei Elke Frahm sind aber selten, kommen jedoch immer mal vor. Die Giftinformationszentren in Deutschland zählen pro Jahr 60 bis 70 Beratungen nach dem Genuss von Zucchini. Bei einer Vergiftung lösen die Curcurbitacine die Schleimhaut im Magen-Darm-Bereich auf. Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen sind die Folge. Vor zwei Jahren starb ein 79-jähriger Mann sogar daran. Er hatte zuvor einen Zucchiniauflauf gegessen, vor seinem Tod aber noch berichtet, dass dieser ungewöhnlich bitter geschmeckt habe. Denn Curcurbitacine sind temperaturstabil und auch nach dem Kochen noch giftig.

Die Ursache für Curcurbitacin-Bildung ist unklar

Wie viel von dem Bitterstoff am Ende in einer Zucchini steckt, ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich und abhängig davon, wo die Pflanze wächst, wie trocken der Sommer oder wie reif die Frucht ist. Die genauen Ursachen warum manche Zucchini Curcurbitacine enthalten, sind dem BfR zufolge, sind noch nicht vollständig geklärt.

Elke Frahm hat Glück gehabt, dass sie nur ein kleines Stück probiert hat. Und so schnell kommt bei ihr keine Zucchini mehr auf den Teller.