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Schnelle Hilfe: Keller voll? So können Sie Flüchtlingen Kleidung und Spielzeug schicken

Wer keine Abgabestelle in der Nähe hat, kann ab sofort kostenlos Spendenpakete an das Rote Kreuz schicken. Doch auch vor Ort gibt es viele Möglichkeiten, Flüchtlingen zu helfen.

von Alica Müller

Eine Gruppe Kinder mit zwei Frauen wartet auf einer Picknickdecke.

Viele der deutschen Flüchtlingsunterkünfte sind auf Sachspenden angewiesen. Doch auch mit ehrenamtlichen Engagement kann man auf viele Arten helfen.

Ob Kleidung, Bücher, Spielzeug oder Alltäglichkeiten wie Damenbinden: Den Flüchtlingen in deutschen Notunterkünften fehlt es an vielem. Die Hilfsorganisationen kommen teilweise an ihre Belastungsgrenzen. Viele Kleiderschränke und Dachböden im Land quellen dagegen über - das kann man optimieren. Denn auch wer es bis zu einer Abgabestelle für Spenden zu weit hat oder zu den Öffnungszeiten arbeitet, kann ab jetzt kostenlos Pakete mit Spenden an Flüchtlingsheime schicken.

Um Sachspenden einfacher und schneller dahin zu bringen, wo sie gebraucht werden, haben sich das Deutsche Rote Kreuz und die Verkaufsplattform reBuy.de mit dem Versandunternehmen Hermes zusammengetan.

Gesucht werden aktuell vor allem Kinder- und Jugendkleidung, mehrsprachige Bücher und Spielzeug. Dafür kann man auf der reBuy-Website ein Versandetikett ausdrucken und das Paket damit anschließend in einer Hermes-Filiale abgeben. Rund 3000 Aufkleber wurden bisher auf der Website runtergeladen. Die Päckchen landen in einer Sammelstelle vom Roten Kreuz und werden je nach Bedarf an die Kinder und Jugendlichen in den rund 160 Notunterkünften der Organisation verteilt.

Auch vor Ort werden Helfer gebraucht

Wer lieber direkt vor Ort spenden möchte, statt Pakete zu verschicken, kann das auf viele verschiedene Arten. Alleine in Hamburg haben sich drei Facebookgruppen mit zusammen über 4000 Mitgliedern gegründet, in denen Bürger die Verteilung von Spenden in den Stadtteilen organisieren und auch in Köln tauschen sich über 1000 Nutzer in einer Facebookgruppe des Erzbistums darüber aus, wo gerade was gebraucht wird. In Berlin kann man Sachspenden zum Beispiel beim Landesamt für Gesundheit und Soziales abgeben.

Doch nicht nur Spenden, sondern auch tatkräftige Unterstützung wird gebraucht. So sind vielerorts Freiwillige gefragt, die beim Sortieren und Verteilen der Sachspenden helfen. Die Freiwilligenagentur "Tatendrang" in München zum Beispiel sucht aktuell Umzugshelfer für eine Wohngruppe und das Berliner "Medibüro"  braucht weitere Ärzte, die kostenfrei die medizinische Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung gewährleisten.

Sportvereine können Flüchtlinge mitspielen lassen

Auch Sport ist ein guter Ausgleich zum Alltag im Flüchtlingsheim - und verbindet bekanntlich Menschen aller Nationalitäten. In vielen Städten wie Leipzig, Berlin oder Köln schaffen Sport- und vor allem Fußballvereine deshalb eigene Trainings für Flüchtlinge oder bemühen sich, sie in die eigenen Mannschaften zu integrieren. Anbieten kann das quasi jeder Verein - schwierig wird es erst, wenn ausländische Sportler für Wettkämpfe zugelassen werden soll. Der DFB wirbt deshalb für eine Aufnahme von Flüchtlingen in den Vereinen und erklärt in einer Broschüre die Voraussetzungen für Versicherung, Spielberechtigung und Co.

Ob es nun ehrenamtliches Engagement im großen Stil, ein gemeinsames Grillfest oder ein Päckchen mit Buntstiften ist: Helfen kann eigentlich jeder, der sich ein wenig Zeit nehmen kann. Und letztlich sind auch die kleinen Dinge, die dazu beitragen, dass sich geflüchteten Menschen in Deutschland ein bisschen mehr zuhause zu fühlen.