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Trotz einstweiliger Verfügung Amazon geht leer aus: US-Regierung bestätigt Milliarden-Cloud-Auftrag an Microsoft

Der 2019 vergebene Milliarden-Auftrag an Microsoft lag bis jetzt vorübergehend auf Eis 
Der 2019 vergebene Milliarden-Auftrag an Microsoft lag bis jetzt vorübergehend auf Eis 
© Gerard Julien / AFP
Trotz des Vorwurfs der Befangenheit hält das US-Verteidigungsministerium an einem zehn Milliarden Dollar schweren Auftrag an den IT-Konzern Microsoft fest. Eine erneute Überprüfung der Auftragsvergabe habe Microsoft als Favorit für das sogenannte Jedi-Projekt zum Aufbau eines Cloud-Systems bestätigt.

Der Sieger für den Auftrag um das um das sogenannte Jedi-Projekt heißt nicht Amazon, sondern Microsoft, ebenfalls in Seattle beheimatet. Bei dem Jedi-Projekt geht es um den Aufbau eines Cloud-Systems, mit dem Informationen aller Zweige der Streitkräfte in einem System unter Einsatz künstlicher Intelligenz ausgetauscht werden sollen.

Der Microsoft-Konkurrent Amazon wirft US-Präsident Donald Trump vor, sich aus politischen Gründen unrechtmäßig in den Vergabeprozess eingemischt zu haben.

Amazon beschuldigt Trump der Einflussnahme, um seinem "politischen Feind", Amazon-Chef Jeff Bezos, zu schaden. Bezos, reichster Mann der Welt, ist auch Eigentümer der Zeitung "Washington Post", die häufig kritisch über den Präsidenten berichtet. Umgekehrt wird Bezos von Trump immer wieder öffentlich angefeindet.

Microsoft begrüßte die Entscheidung des Pentagon und versicherte in einer Erklärung, dass das Unternehmen bereit sei, "an die Arbeit zu gehen um sicherzustellen, dass die, die unserem Land dienen, Zugang zu dieser dringend benötigten Technologie haben". Zunächst liegt der Auftrag aber weiter auf Eis wegen der Entscheidung eines Bundesgerichts, Amazon Zeit für eine Klage gegen das Vergabeverfahren einzuräumen.

Microsofts mangelhaftes Angebot

Im Ringen um den Milliarden-Auftrag hatte Amazon im Februar die einstweilige Verfügung durchgesetzt. Eine Bundesrichterin ordnete an, den an Microsoft vergebenen Auftrag vorübergehend auf Eis zu legen. Das Pentagon beantragte daraufhin einen viermonatigen Aufschub, um die Vergabe des Auftrags noch einmal zu überprüfen.

Das Verteidigungsministerium erklärte nun, das Angebot von Microsoft sei "weiterhin das Beste für die Regierung". Das Unternehmen sei "begierig, mit der Lieferung dieser Fähigkeiten für unsere Männer und Frauen in Uniform zu beginnen".

Der Auftrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren war im Oktober an Microsoft gegangen, obwohl Amazon als Favorit gegolten hatte. Amazon hat mit Cloud-Systemen viel Erfahrung und hat bereits andere US-Behörden, darunter den Geheimdienst CIA, mit Systemen ausgestattet.

Zum Ergebnis der erneuten Überprüfung der Auftragsvergabe durch das Pentagon erklärte Amazon in einem Blog-Eintrag, das Verfahren habe dazu gedient, Microsoft ein mangelhaftes Angebot überarbeiten zu lassen, damit die US-Behörden eine "mangelhafte, parteiische und politisch korrumpierte Entscheidung absegnen" könnten. Amazon fordert, Trump und andere hochrangige Regierungsvertreter vor Gericht zu dem Vergabeverfahren zu befragen.

tib/AFP

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