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Ratgeber Allergie

Das große Schnaufen

Diagnose

Um herauszufinden, was die Beschwerden des Kindes auslöst, erkundigt sich der Arzt zunächst bei den Eltern genau nach den Lebensumständen des Kindes, wie Sie leben und wo, auf dem Land oder in der Stadt, ob es Haustiere gibt oder ob im Haus geraucht wird. Er fragt auch, ob auch andere Familienmitglieder Allergien haben oder ob ihnen ein Zusammenhang aufgefallen ist zwischen dem Auftreten der Beschwerden und dem Kontakt zu einem bestimmten Stoff oder Nahrungsmittel, einem Aufenthaltsort oder einer Jahreszeit. Außerdem wird er wissen wollen, wie schnell sich die Symptome gezeigt haben: sofort? Nach einigen Stunden oder Tagen?

Lungenfunktionstest: ins Röhrchen pusten

Nach dem Gespräch untersucht der Allergologe das Kind und achtet dabei besonders auf jene Stellen, an denen sich die Beschwerden äußern: die Haut, den Rachen, die Augen. Dann folgen weitere Untersuchungen. Bei Verdacht auf Asthma oder überempfindliche Atemwege etwa überprüft er die Lungenfunktion. Bei der sogenannten Spirometrie atmet und pustet das Kind in das Mundstück eines Messgerätes. Hiermit wird die Kraft, mit der das Kind ein- und ausatmet sowie die Menge der geatmeten Luft pro Zeiteinheit gemessen. Ab vier, fünf Jahren sind Kinder in der Lage, bei so einer Untersuchung mitzumachen. Für Babys gibt es Kliniken, die sich auf Lungenfunktionstests bei Säuglingen spezialisiert haben.

Allergietests: tupfen, pieksen und kleben

Um herauszufinden, auf welchen Stoff das Kind reagiert, wird der Arzt Allergietests durchführen. Das geht auch bei Säuglingen.

Beim Pricktest tupft die Arzthelferin verschiedene Flüssigkeiten auf den Unterarm des Kindes und sticht sie in die oberste Hautschicht. Die Tropfen enthalten geringe Spuren der gängigen Allergie-Auslöser: Blütenpollen, Katzenhaare, Kot von Hausstaubmilben, Chemikalien. Nach etwa 15 Minuten ist der Test beendet. Hat sich an einer Stelle eine Quaddel gebildet, ist das ein Zeichen dafür, dass der Stoff eine Allergie auslösen kann. Säuglinge und Kleinkinder reagieren aber weniger stark als Erwachsene auf diesen Test, weil ihr Abwehrsystem noch nicht so gut ausgebildet ist.

Der Patchtest funktioniert ähnlich. An Stelle der Tropfen auf den Arm gibt es ein Pflaster auf den Rücken. Nach einem oder zwei Tagen kann der Arzt ein Ergebnis ablesen: Auch hier geben Rötungen Hinweise auf mögliche Allergie-Auslöser. Dieser Test ist vor allem bei Kindern mit Neurodermitis sinnvoll.

Bluttest: Auf der Suche nach Antikörpern

Mit einem Bluttest kann der Arzt feststellen, ob das Immunsystem des Kindes überempfindlich reagiert. Er schickt eine Blutprobe ins Labor, wo der sogenannte IgE-Test gemacht wird: Die Laboranten suchen mit speziellen Methoden nach dem Immunglobulin E (IgE). Dieser Antikörper wird immer dann gebraucht, wenn der Körper beispielsweise von Würmern und anderen Parasiten befallen wird. Menschen mit übereifrigem Immunsystem haben aber auch ohne diese Parasiten sehr viel IgE im Blut. Dieser Test eignet sich vor allem für ein kleines Kind, dem Sie umfangreiche Tests an der Haut nicht zumuten wollen.

Provokationstest: auf Konfrontationskurs

Der Provokationstest erfordert umfangreiche Mitarbeit von Eltern. Er kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Allergologe eine Nahrungsmittelallergie vermutet. Die lässt sich durch andere Tests oft nicht abklären. In der ersten Phase, der so genannten Auslass-Phase, streicht er alle verdächtigen Lebensmittel vom Speiseplan des Kindes. Daraufhin sollten sich die Symptome bessern. Wenn das Kind das verdächtigte Nahrungsmittel dann wieder zu sich nimmt, müssten sich die Beschwerden wieder verschlimmern.

So sinnvoll alle diese Untersuchungen sind - ein Testergebnis alleine, ob positiv oder negativ, genügt nicht, um mit Sicherheit den Auslöser zu identifizieren. Wenn das Kind auf einen bestimmten Stoff mit Jucken, Quaddeln, roten Augen oder ähnlichem reagiert, ist das kein endgültiger Beweis für eine Allergie. Manchmal sind Antikörper zu entdecken, ohne dass entsprechende Symptome vorliegen. Umgekehrt kann ein Test auch negativ ausfallen, obwohl der getestete Stoff die Allergie bei Ihrem Kind auslöst. Erst wenn mehrere Tests, unter anderem Provokationstests, positiv ausgefallen sind und zum gleichen Ergebnis geführt haben, ist eine entsprechende Allergie wahrscheinlich.

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Allergie bei Kindern

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