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Ratgeber Allergie

Das große Schnaufen

Therapie

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Dieser Satz gilt zwar prinzipiell, besonders aber bei Kindern mit Allergie. Gehen Sie daher zu einem Arzt, der sich auf die Behandlung von Allergien bei Kindern spezialisiert hat. Solche pädiatrischen Allergologen kennen in der Regel die neuesten Therapien und können Sie am besten beraten.

Wichtig ist, dem Kind zusammen mit dem Arzt zu erklären, wie es seine Allergie-Auslöser im Alltag vermeiden kann. Diese sogenannte Karenz ist der Kern jeder Allergietherapie.

Bei manchen Auslösern, etwa Bienengift und Pollen, kann eine sogenannte Hyposensibilisierung helfen. Hierbei bekommt das Kind in regelmäßigen Abständen kleinste Mengen des Allergens verabreicht - in wöchentlich steigender Dosis. In der Fachsprache heißt die Behandlung Subkutane Immuntherapie (SCIT), wenn der Auslöser per Spritze injiziert wird. Werden dem Kind Tabletten oder Tropfen unter die Zunge gegeben, spricht man von der Sublingualen Immuntherapie (SLIT). Ziel der Therapie ist es, das Immunsystem schrittweise an den Auslöser zu gewöhnen, so dass er ihn irgendwann toleriert. Die Behandlung dauert meist drei Jahre und wird bei Kindern erst ab fünf Jahren eingesetzt - außer bei einer Insektengiftallergie, da vielleicht auch schon früher.

Medikamente gegen Juckreiz und Entzündung

Bei manchen Allergien verschreiben Ärzte auch Medikamente, die sogenannte Antihistaminika oder Kortison enthalten. Beide Wirkstoffe können die Beschwerden lindern, weil sie die Folgen der allergischen Reaktion eindämmen. Die Ursachen der Allergie bekämpfen sie aber nicht.

Antihistaminika blockieren die körpereigene Substanz Histamin - sie ist es, die etwa das Jucken verursacht. Kortison ähnelt dem Hormon, das der Körper selbst in der Nebenniere produziert, und hilft bei Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma, weil es Entzündungen auf der Haut und in der Lunge zurückgehen lässt.

Die Angst der Eltern vor Kortison

Viele Eltern fühlen sich nicht wohl damit, ihrem Kind Kortison zu geben, oder lehnen es sogar ab. Aus gutem Grund: Prinzipiell kann Kortison schwere Nebenwirkungen mit sich bringen. Blutdruck und Blutzucker können steigen, die Haut kann dünner, die Knochen können brüchiger werden. Besonders problematisch ist, dass Kortison das Wachstum hemmen kann. Häufig sammelt sich auch Wasser im Körper, etwa im Gesicht. Ärzte sprechen dann von einem Mondgesicht.

Ob solche schweren Nebenwirkungen auftreten, hängt vor allem davon ab, wie und wie viel Kortison in den Körper gelangt: Gespritzt oder in Tablettenform verabreicht sind die Nebenwirkungen stärker als bei einer Salbe, die auf die Haut aufgetragen wird.

Problematisch bei Tabletten ist, dass die Konzentration darin viel höher ist als bei einer Salbe. Über den Dünndarm gelangt der Wirkstoff direkt ins Blut. Aufgrund möglicher Wachstumsstörungen sollten Kinder daher nur sehr gering dosierte Mittel einnehmen. In bestimmten Fällen kann Kortison ihnen aber das Leben retten, etwa bei einem schweren Asthma-Anfall oder einem lebensbedrohlichen allergischen Schock.

Bei Asthma verschreibt der Arzt vielleicht auch ein Kortisonspray. Der Pulvernebel setzt nur sehr kleine Mengen des Wirkstoffes frei, der auf die Schleimhaut der Atemwege gelangt. Er geht kaum ins Blut über, daher sind die Nebenwirkungen weniger schwer. Auch Nasentropfen gegen Heuschnupfen oder Salben gegen Neurodermitis enthalten wenig Kortison. Die Konzentration in der Salbe ist so gering, dass nur kleine Mengen die Haut durchdringen und ins Blut gelangen. Dennoch sollte ein Kind diese Präparate nur über einen begrenzten Zeitraum nehmen.

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Allergie bei Kindern

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