Die Eltern müssen darauf achten, dass das Kind das entsprechende Nahrungsmittel, auf das es reagiert, nicht mehr zu sich nimmt. Bei Milch bedeutet dies, alle Produkte auf Kuhmilchbasis vom Speiseplan zu streichen, etwa entsprechende Säuglingsmilch, Breie, Joghurt, Kefir, Buttermilch, Sahne, Quark, Butter, Margarine, Frischkäse oder Milch-Eis. Auch Verwandte, Bekannte, Freunde, die Kindertagesstätte und Schule sollten Bescheid wissen.
Hat ein Kind nach dem Verzehr eines Lebensmittels Beschwerden, entweder weil sich seine Haut rötet und juckt oder Symptome eines allergischen Schnupfens zu beobachten sind, hilft ein schnell wirkendes Antihistaminikum. Bei Asthma und Atemnot können schnell wirkende B-2-Sympathomimetika-Inhalationssprays eingesetzt werden, die die Bronchien erweitern.
Eltern sollten immer ein Notfall-Set mit Kortison und einem Antihistaminikum bereit halten, falls ihr Kind unbeabsichtigt doch das verbotene Nahrungsmittel zu sich nimmt und schwere Symptome bekommt.
Als langfristige Behandlung einer Kreuzallergie, also einer eigentlich durch Pollen hervorgerufenen Lebensmittelallergie etwa auf Frischobst, rohes Gemüse oder Nüsse empfehlen Ärzte die so genannte spezifische Immuntherapie (SCIT) nur, wenn das Kind gleichzeitig pollenabhängige Atembeschwerden hat, sonst nicht.
Falls Eltern Fertigprodukte verwenden, sollten sie unbedingt auf die Inhaltsstoffliste achten. Milcheiweiß kann auch anders bezeichnet werden und etwa als "Milchprotein", "Molke-Eiweiß" oder "Molkeprotein" auftreten. Milchzucker (Laktose) hingegen vertragen die meisten Kuhmilchallergiker. Nur bei schwerer Allergie sollten Eltern auch auf laktosehaltige Produkte für ihre Kinder verzichten, weil sie eventuell minimale Spuren Milcheiweiß enthalten.
Kuhmilch- oder Hühnereiweiß sind darüber hinaus in zahlreichen, weniger offensichtlichen Produkten enthalten, etwa in Weißbrot, Löffelbiskuit, Butterkeksen, Waffeln, Baby-Gläschen, Bonbons, Schokolade und Schokoriegeln, Fleisch und Wurstwaren, Fisch und andere Lebensmittel in Dosen, Kuchen, Kartoffelpüree, Pizza und Tütensuppen.
Auch bestimmte Arzneimittel, etwa manche Halsschmerz-Tabletten oder Impfstoffe, können Hühnereiweiß enthalten. Wenn ein Kind allergisch auf das Protein reagiert, sollten Eltern den behandelnden Arzt und den Apotheker darauf hinweisen. Eine Impfung sollte dann nur unter stationärer erfolgen, oder das Kind wird anschließend in den Praxisräumen noch bis zu eineinhalb Stunden beobachtet.
Ansonsten ist es ratsam, sich vom Arzt oder einem Diätassistenten über Alternativen zu informieren. Wenn ein Kind auf Kuhmilch verzichten muss, fehlt ihnen eine wichtige Kalziumquelle. Ohne entsprechenden Ersatz droht eine Unterversorgung mit dem Mineralstoff.