Allergie-Experten von stern.de beantworten Ihre Fragen:
Nein. Nur wenn Sie selbst eine Nahrungsmittelallergie haben und deshalb eine Diät einhalten müssen, sollte Sie diese auch in der Stillzeit beibehalten. Hat Ihr Kind ein besonders hohes Allergierisiko, kann eine allergenarme Kost hilfreich sein, der vorbeugende Effekt ist jedoch eher gering. Außerdem kann das Streichen bestimmter Nahrungsmittel dazu führen, dass Ihnen wichtige Nährstoffe fehlen. Besprechen Sie eine solche Auslassdiät immer mit einem Arzt.
Bei Säuglingen werden eher Bluttests durchgeführt. Dafür reichen in den meisten Fällen nur wenige Tropfen Blut. Zwar ist es auch möglich, über den Pricktest aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, dies ist aber oft belastender und aufwendiger als die Blutuntersuchung.
Je nach Schwere der zu erwartenden Beschwerden findet diese Untersuchung meist in der Klinik statt. Verblindung bedeutet, dass weder Arzt noch die Eltern und das Kind wissen, was gegessen wird. Hierbei kommt es auf die Geschicklichkeit der zubereitenden Diätassistenten an. Die gängigen Nahrungsmittel im Kindesalter sind meist gut in Brei- oder flüssiger Form mit Bananenaroma unkenntlich gemacht. Einige Nahrungsmittel sind aber auch in Kapselform für die Provokation verfügbar. Diese werden aber eher bei Erwachsenen eingesetzt.
Früher wurden Impfviren auf Hühnereiern gezüchtet, und die Impfstoffe enthielten Bestandteile von Hühnereiweiß. Heutzutage werden Impfstoffe meist mit Hilfe von Hühnerfibroblasten-Kulturen oder menschlichen Zellkulturen erzeugt. Untersuchungen haben ergeben, dass Impfungen bei Kindern mit einer Hühnereiweißallergie kaum noch Probleme bereiten, mit Ausnahme von Kindern, die starke allergische Symptome haben oder zusätzlich an Asthma leiden. Sie sollten bei der Mumps-Masern-Röteln- und Grippe-Impfung mindestens 90 Minuten in der Praxis bleiben. Eine Gelbfieber-Impfung - darin sind noch größere Mengen Hühnereiweiß enthalten - sollte im Krankenhaus durchgeführt werden. Wichtig dabei ist, dass diese Regeln für jene Allergiker empfohlen werden, bei denen innerhalb kurzer Zeit nach dem Genuss von Hühnereiweiß Symptome wie Gesichtsschwellung, Ausschlag, Atemnot oder Kreislaufkollaps auftreten. Für Kinder, die verzögert auf Hühnereiweiß allergisch reagieren, etwa mit einer Ekzemverschlechterung am nächsten Tag, sind diese Empfehlungen weniger relevant.