Blauwal

14. Januar 2013, 19:51 Uhr

Mit dem seriennahen Konzeptfahrzeug CrossBlue präsentiert VW in Detroit einen echten Hingucker. Ab 2015 könnte der Siebersitzer in Serie gehen.

Es ist Januar, es ist kalt und es mal wieder Messezeit. Wo? Im amerikanischen Detroit. Volkswagen nutzt den Jahresbeginn, um ein seriennahes Konzeptfahrzeug der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit dem CrossBlue soll vor allem der amerikanische Markt ein wenig aufgemischt werden, der noch immer vom Verkauf der ganz Großen lebt. Der Wolfsburger Midsize-SUV verfügt über einen Diesel-Plug-In-Hybrid-Antrieb aus dem er 225 kW / 305 PS auf die Straße bringt. Genauer gesagt treiben den 4,99 Meter langen, 2,02 Meter breiten und 1,73 Meter hohen Sechssitzer ein 140 kW / 190 PS starker Turbodieselmotor mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, zwei Elektromotoren und eine elektrische Kardanwelle an. Der vordere E-Motor leistet 40 kW und der hintere 85 kW.

Wird nur der Dieselmotor für den Antrieb genutzt, stehen dem Fahrer 400 Newtonmeter zur Verfügung. Arbeiten alle Motoren zusammen, werden ganze 700 Newtonmeter entwickelt. Für den Sprint von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde benötigt der CrossBlue 7,5 Sekunden. Bei Tempo 204 ist Schluss. Sollte per Knopfdruck der Dieselmotor vom Antrieb entkoppelt werden und lediglich mithilfe der 9,8 kWh-großen Lithium-Ionen-Batterie dahin geglitten werden, sind nur noch maximal 120 Kilometer pro Stunde möglich - für die USA völlig ausreichend.

Neben dem EV-Modus, welcher dem Dieselantrieb eine untergeordnete Rolle zukommen lässt, stehen noch der Eco-, Hybrid- und der Sportmodus zur Wahl. Die verschiedenen Modi wirken sich jedoch nicht nur auf den Spritverbrauch, welcher im Testzyklus der europäischen ECE-Norm R101 für Elektrohybrid-Fahrzeuge nur 2,1 Liter auf 100 Kilometer beträgt, sondern auch auf die Antriebsart aus. Im Elektromodus sorgt ausschließlich der 85 kW starke E-Motor an der Hinterachse für Vortrieb. Im Turbodiesel-Modus wird aus dem Hecktriebler ein reiner Fronttriebler und beim sogenannten Boosten sowie im Offroadmodus treiben den CrossBlue alle vier 21 Zoll großen Räder an. Die Batterie lädt sich im Übrigen entweder durch Rekuperation während der Fahrt oder durch den Anschluss einer externen 230 Volt-Stromquelle wieder auf.

Ebenfalls extern, jedoch Strom verbrauchend, dürfen elektrische Kleingeräte wie Kühlbox oder Lichtleisten sein, welche dank einer zweiten Steckdose am Heck des VW mit Strom beliefert werden können. Neben seiner Eigenschaft als fahrendes Stromaggregat bietet sich der CrossBlue gleichzeitig als echter Lastenesel an. Mit einem Kofferraumvolumen von 335 bis knapp 2.000 Liter und einer Laderaumlänge bei umgeklapptem Beifahrersitz von 3,11 Meter, scheint einem Einkauf im schwedischen Möbelhaus nichts mehr im Wege zu stehen. Für den Fall, dass es einmal kein großer Einkauf, sondern ein Großfamilienausflug sein, soll in der kommenden Serienversion neben der sechsitzigen auch eine siebensitzige Variante auf den Markt kommen. Der Schnäppchenpreis dürfte der Konkurrenz aus Asien und den USA schwer zu schaffen machen

Der von außen äußerst martialisch und gleichzeitig durch seinen erhöhten Chrom- und Aluminiumanteil typisch amerikanisch verspielt aussehende Volkswagen zeigt sich im Inneren aufgeräumt und gut durchstrukturiert. Ein 10,2 Zoll großer Touchscreen, über den nicht nur das Fahrtziel oder der nächste Song gewählt, sondern auch der Status des Hybridsystems abgerufen werden kann, prangt in der Mittelkonsole. Und auch für die Fondpassagiere hat VW sich etwas einfallen lassen. Portable iPad mini in den Kopfstützen der ersten Sitzreihe sollen für Ablenkung während der Fahrt sorgen.

VW CrossBlue
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